Hei Ihr ♥
Habt ihr schon das Buch „Splitter“ von Laura Cardea gelesen? Ich habe es schon Ende letzen Jahres die ganze Zeit auf Bookstagram gesehen und hätte es mir meine Großtante nicht zu Weihnachten geschenkt, hätte ich es sicher bald darauf gekauft.
Ob der Hype um das Buch aber gerechtfertigt ist und wie ich das Buch fand, erfahrt ihr jetzt in meiner Rezension:
Kurzzusammenfassung:
Wie weit wirst du gehen, um das Eis in den Herzen zum Schmelzen zu bringen?
Veris ist die Prinzessin des Ewigen Frühlings – und die Schönste im ganzen Reich. Doch als solche trägt sie eine schwere Last: Sie allein soll ihr Volk vor dem Prinzen des Winters schützen, der mit eisigen Splittern die Herzen der Menschen vergiftet. Der Preis aber ist hoch. Als Auserwählte muss sie in den Palast der Winter-Fae, aus dem keines der geopferten Mädchen je zurückgekehrt ist. Dort trifft sie auf den grausamen Prinzen. Und trotz der unendlichen Kälte, die er ausstrahlt, fragt sie sich, ob tief in seinem Inneren nicht doch ein warmes Herz schlägt.
Meine Meinung:
Das Cover:
Also „Splitter aus Silber und Eis“ ist ganz eindeutig ein Coverkauf. Ich habe es mir wie gesagt zwar nicht selbst gekauft, aber das Cover hätte mich in einem Bücherladen auf jeden Fall schwach werden lassen!
Wir sehen auf dem Cover eine leicht mit Eis überzogene Dame mit weißen Haaren, Augenbrauen und Wimpern, die ganz in eisigem Weiß und Silber gekleidet ist.
Nur die Augen der Schönheit stechen in einem warmen Braunton heraus und scheinen den Leser fest im Griff zu haben.
Um den in der Mitte flankenden Titel ranken sich weiße Muster, die von Elsa (aus Frozen ugh) höchstpersönlich stammen könnten und der Hintergrund ist in hellem Eisblau gehalten.
Allgemein ist es wirklich ein sehr schönes Cover, aber gilt das Gleiche auch für den Inhalt?
Der Erzählstil:
Laura Cardea ist ziemlich genial was ihren Erzählstil und die Erzählperspektiven angeht. Die Handlung wird aus den Perspektiven der zwei Hauptpersonen, Veris und Nevan, erzählt und zeigt jeweils deren Sicht auf die Dinge. Und darin liegt jetzt das Geniale der Autorin. Sie schafft es, uns ein bisschen auszutricksen, da die zwei Hauptfiguren bei der Erzählperspektive des anderen oft anders wirken als in ihrer eigenen Erzählperspektive. Das fand ich erst etwas komisch, da ich nicht wirklich durchgeblickt habe, was denn jetzt Sache ist und wer wie über wen denkt und fühlt, aber dann kam Seite 216 und alles hat Sinn ergeben! Ich will jetzt nicht spoilern, aber was dann ans Licht kam, hat mich total geflasht. Wir, als Leser, wurden genau wie eine Person aus dem Buch (ich versuche echt, nicht zu spoilern ^^) eine lange Zeit getäuscht und hinters Licht geführt und so hat der Plottwist mich total überrascht, da ich die ganze Zeit ein ganz anderes Bild im Kopf hatte, welches dann von einer Seite auf die nächste zerstört wurde, was ich aber echt toll fand, da man sich dann umso besser auch in die andere Person, die getäuscht wurde, hineinversetzen konnte. Keine Ahnung, ob ihr versteht, was ich meine haha ^^
Die Autorin beschreibt auch die inneren Gedanken, Gefühle und Beziehungen so gut, dass man einfach keine Ahnung hat, auf welcher Seite man stehen soll und wer böse ist und wer nicht, weil man die Motive von jedem versteht, gleichzeitig nicht weiß, ob sie lügen und andererseits jeden mag, weil die Charaktere auch so toll sind! Puh!
Ich glaube, was ich sagen will, sagt Nevan in dem Buch am besten:
„Es gibt keine Bösen. Es gibt nur Personen, die versuchen ihre Probleme zu bewältigen. Auf die beste Art, die sie kennen, mit den Mitteln, die sie haben.“
Splitter – Seite 310
Und genau das hat Laura Cardea in ihrem Buch auch rübergebracht.
Abgesehen von ein paar Rechtschreibfehlern ist das Buch mega geschrieben und die Spannung ist von Anfang bis Ende da.
Die Handlung:
Alles beginnt damit, dass Veris als Sakral ins Winterreich zu Prinz Nevan geschickt wird. Sie soll ihn irgendwie zum Sturz bringen und wurde dafür auch ihr Leben lang ausgebildet. Jedoch verrät sie trotz ihrer Ausbildung schon einen Tag nach ihrer Ankunft, dass es Verfluchte gibt, die Nevan durch einen Kuss umbringen können, obwohl sie nicht einmal gefoltert wurde, also … gute Ausbildung würde ich mal sagen … nicht.
Veris und Nevan lernen dann aber irgendwann, miteinander umgehen zu können und schließen beide unabhängig den gleichen Plan: den/ die andere dazu bringen, sich in einen zu verlieben. Nevan hat dabei das Ziel, mehr über die Geheimnisse und Pläne des Reichs des Frühlings zu erfahren, während Veris seine Macht und die Eissplitter aufhalten will, auch wenn das heißt, dass sie es irgendwie schaffen muss, sein gefrorenes Herz zum Schmelzen zu bringen oder ihn umzubringen.
Dadurch dass beide denselben Plan haben, kommt es öfter so rüber, als würden sie tatsächlich Gefühle füreinander haben, jedoch ist diese „gute“ Basis auf dünnem Eis. Wortwörtlich.
Ob einer der Pläne jedoch gelingt oder ob sich einer der beiden dann außerplanmäßig tatsächlich in den anderen verliebt, werde ich natürlich nicht verraten.
Was ich sagen werde, ist, dass die Handlung auf jeden Fall durchdacht erscheint und schön zu lesen ist. Dem Leser bleiben auch kleinere Sachen im Kopf und man wird, besonders ab der Hälfte, stets von Wendungen und geheimen Plänen, die die Hauptfigur, ohne uns etwas zu sagen, die ganze Zeit schon geschmiedet hat, überrascht.
Auch wenn der Wechsel zwischen den Erzählperspektiven am Anfang für meinen Geschmack etwas zu häufig war, ist es doch sehr gut, die Handlung aus den Perspektiven von Nevan und Veris zu hören und so wird auch die konstante Spannung aufrechterhalten.
Das Einzige, was mich etwas enttäuscht hat, war das Ende. Okay, warte, auch wenn der Kampf am Ende (sorri, Spoiler) etwas seltsam war, weil alle total viel Zeit zum Reden hatten, waren es nur die letzten zehn Seiten, die ich nicht so toll fand, denn im Vergleich zu dem ganzen Buch davor, waren diese Seiten etwas fade. Ich hätte mir da etwas romantischeres und verzaubernderes vorgestellt und fand es etwas schade, wie die Geschichte letztendlich geendet ist. Aber abgesehen davon war die ganze Handlung davor sehr spannend, unterhaltsam, überraschend und interessant.
Zu den kleinen Spoilern: Was ich auch mega toll fand, waren die Prüfungen. Allein die Spannung zwischen den Charakteren, die Aufgaben und natürlich, dass Veris einen Bebewolf bekommt! ^^
Ah, und wenn ich den Kampf eh schon erwähnt habe: Das Buch hat sogar eine Moral. Und zwar lehrt es einen wohl, dass man Jedem Freundlichkeit und Güte entgegenbringen sollte, damit man Unterstützer hat, wenn man sich jemals gegen einen Herrscher in einem fremden Land stellen sollte.
Die Charaktere:
Die Hauptcharaktere sind natürlich Nevan und Veris, die wir am besten durch die sich wechselnden Erzählperspektiven kennenlernen (ja, auch wenn wir die Hälfte des Buches über getäuscht werden ^^).
Aber daneben gibt es noch so viele tolle Charaktere! Die Charaktere von Veris und Nevan sind offensichtlich am komplexesten aufgebaut, jedoch hatte ich bei fast jedem anderen Charakter, der mehr oder weniger oft erwähnt wurde, ein genaues Bild im Kopf und habe Charaktere wie Sif, Elyria und Isobel total ins Herz geschlossen.
Und ja, ich shippe Sif und Elyria, die sind Cutiepies. Aaaber eine Frage an alle, die das Buch schon gelesen haben: Dachtet ihr auch, dass Veris irgendwann was mit Rowan haben wird?? Pff.
So … und auch Veris manchmal etwas widersprüchlich war (will von dem Prinz und seinen Angehörigen respektiert werden, ist die ganze Zeit aber sassy wie ein kleines Kind etc.), gab es nur eine Sache, die ich nicht so auf mir sitzen lassen konnte: Warum fragt sie sich so selten wo die anderen Sakrale sind? Ich wäre außer Sorge, wenn ich die Sakrale, die vor mir gekommen sind, nirgends im Schloss sehen kann und nichts von ihnen höre. Sie könnten gerade im Kerker gefoltert werden oder gar tot sein, aber Veris fällt das gefühlt erst nach 200 Seiten ein…
Aber das ist jetzt wirklich Beschweren auf hohem Niveau.
Ich kann hier wirklich nur anmerken, was ich vorher schon erwähnt habe:
Jeder Charakter ist so facettenreich und hat seine eigenen Motive und Beweggründe, sodass kein klares „Gut“ oder „Böse“ gezeichnet wird. Und das ist finde ich auch eine gute Lektion für das reale Leben. In vielen Büchern gibt es ziemlich klare Grenzen, wer böse ist und wer nicht, aber ich fand es gut, dass es in „Splitter“ wie im realen Leben total von der Perspektive abhängt, ob jemand als „böse“ oder „gut“ wahrgenommen wird.
Fazit:
Für mich war das Buch ein Fünf-Sterne-Buch.
Neben dem wunderschönen und passenden Cover wurde man schon von der ersten Seite in die Handlung reingezogen, welche selbst in ruhigen Momenten spannend war.
Alle Charaktere waren unglaublich vielseitig und facettenreich und es kamen immer neue Sachen ans Licht, durch die sich das Bild auf die Charaktere wieder komplett geändert hat.
Die letzten zehn Seiten waren zwar etwas meh, aber, komm schon, das sind zehn Seiten ^^
Die ganze Handlung davor war auf jeden Fall mega und allein für die Aesthetic würde ich so gerne mal ins Winterreich!
Infos zum Buch:
Titel: Splitter aus Silber und Eis
Autorin: Laura Cardea
Erschienen: 2020 bei Carlsen Verlag GmbH
ISBN: 978-3-551-58436-6