Hei Ihr ♥
Habt ihr schon einmal von der „Skulduggery Pleasant“-Reihe gehört? Nein? Ich hatte bis vor Kurzem auch noch nie von ihr gehört, aber dann hat mir ein Freund von dieser Reihe vorgeschwärmt und plötzlich lag der erste Teil der Reihe bei mir zuhause. Keine Ahnung, wie das passiert ist 😉
Normalerweise leihe ich mir nicht so oft Bücher aus, da ich mit meinem eigenen SuB schon genug zu tun habe, aber das Buch wurde von dem Freund so toll beschrieben, da konnte ich nicht anders!
Detektivgeschichten sind zwar eigentlich nicht so meins, aber, Überraschung, Überraschung, es gibt ganz viel Magie in dem Buch, also ist es auch eine Empfehlung für alle Fantasyliebhaber da draußen.
Ob das Buch aber wirklich so toll ist, wie mir beschrieben wurde, erfahrt ihr jetzt in meiner Rezension 😊
Kurzzusammenfassung:
Als Stephanie Skulduggery Pleasant das erste Mal sieht, ahnt sie noch nicht, dass sie ausgerechnet mit ihm eines ihrer größten Abenteuer erleben wird.
Denn um den mysteriösen Tod ihres Onkels aufzuklären, muss sie Skulduggery in eine Welt voller Magie begleiten – eine Welt, in der mächtige Zauberer gegeneinander kämpfen, Legenden plötzlich zu Leben erwachen und in der das Böse schon auf Stephanie wartet…
Meine Meinung:
Das Cover:
Ich muss ehrlich sein. Ich selbst hätte mir das Buch wahrscheinlich nie allein vom Cover gekauft (Schande über mich!). Aber zum Glück hat mir ja der Freund das Buch empfohlen und ausgeliehen – ich hätte sonst wirklich was verpasst, tse tse!
Das Cover zeigt Skulduggery Pleasant (ein lebendes Skelett) ganz in schwarz-weiß, welcher verstohlen nach rechts schaut und in den Skeletthänden gerade einen Feuerball formt.
Die Backsteinmauer auf der unteren Seite löst sich nach oben hin in ein tiefes Schwarz auf, auf dem der Titel „Skulduggery Pleasant – Der Gentleman mit der Feuerhand“ thront.
Das Cover ist, objektiv gesehen, auf jeden Fall ansprechend und verspricht genau das, was man in dem Buch findet.
Für mich wäre es wie gesagt zwar kein Coverkauf, aber für viele andere ganz sicher und da es gut zu der Handlung des Buches passt und auch Skulduggery gut darstellt, fällt die Bewertung für das Cover auf jeden Fall positiv aus 😊
Der Erzählstil:
Das Buch ist so nett geschrieben, ganz ehrlich!
Schon die Widmung am Anfang war so süß, dass ich den Autor schon da ins Herzen geschlossen habe! Und auch der Anfangssatz gehört jetzt zu einem meiner Lieblingsanfangssätze.
Durch das Buch hindurch verzaubert uns Derek Landy mit Gesprächen (vor allem zwischen Stephanie und SP), die genauso lustig, sarkastisch und charmant sind wie Skulduggery selbst.
In der Mitte des Buches fand ich zwar, dass die Dialoge auf Dauer manchmal ähnlich wirkten und man von der Art, wie etwas gesagt wurde, nicht sofort erkennen konnte, ob SP oder Stephanie es gesagt haben, aber besser so, als dass die Dialoge langweilig, oberflächlich und unrealistisch geworden wären.
Denn das muss ich Landy wirklich lassen. Er fängt die Art, wie zwölfjährige Mädchen denken und sich verhalten so gut ein, dass man glauben könnte, er hätte eine zwölfjährige Tochter zuhause, deren Sätze er alle aufschreibt und verarbeitet.
Skulduggery Pleasants Wagen war ein 1854er Bentley R-Type Continental, von dem insgesamt nur 208 Exemplare hergestellt worden waren, ein Sechszylinder mit einem 4,5 Liter Motor sowie nachträglich eingebauter Zentralverriegelung, Klimaanlage, Navigationssystem und einer Menge weiterer moderner Annehmlichkeiten.
Skulduggery hatte Stephanie das alles erklärt, als sie nach dem Wagentyp gefragt hatte. Sie wäre mit einem „Es ist ein Bentley“ ganz zufrieden gewesen.
„Skulduggery Pleasant“ – Seite 57
Schaut, genau das meine ich. Beim Anfang dachte ich nur so „Woher weiß Stephanie das jetzt bitte?“ und musste am Ende aber so lächeln, weil ich früher in dem Alter genau dasselbe so oft erlebt habe – man fragt irgendwas, was einen so halb interessiert und der begeisterte Gegenüber hält sofort einen unerwünschten Vortrag über Sachen, die einen eigentlich null interessieren ^^
Im Buch herrscht ein personaler Erzähler und auch wenn alles somit in der Er-/ Sie-Perspektive geschrieben ist, schafft Landy es dennoch, allen Personen Individualität und Leben einzuhauchen, auch wenn manche Personen an wenigen Stellen ähnlich wirken (aber es geschieht ja auch im echten Leben, dass sich Leute ähneln).
Kurz gesagt sind es alles so kleine Makel, die gar keinen wirklichen Einfluss auf das Leseerlebnis haben und somit ignoriert werden können. Man kommt einfach total gut durch das Buch durch, wird von der ersten Seite an gefesselt und das Lesen wird einem mit Charme und Humor versüßt.
Die Handlung:
Die Handlung war spannend, wobei es wenig Leerlauf zwischen Ereignissen gab, was einerseits gut ist, da man von Abenteuer zu Abenteuer springt und sich nicht langweilen kann, andererseits haben schon manchmal die Atempausen gefehlt, in denen der Leser das eben Gelesene verarbeiten kann.
Es gab zwar keine großen Plottwists und die Handlung war an manchen Stellen etwas vorhersehbar, aber dafür gab es mehrere Handlungsstränge mit wechselnden Perspektiven, die allesamt abwechslungsreich und interessant waren.
Und es gibt sogar Magie 😊 Klar, hätte man sich das irgendwie von der Tatsache ableiten können, dass es um ein lebendes Skelett geht, aber ich dachte, das wäre einfach eine Ausnahme. Aber nein, das ganze Buch geht um Magie hehe 😊
Was ich tatsächlich auch gut fand, war, dass die Charaktere nicht unbesiegbar wirken, sondern eben auch nicht immer aus allen Situationen glimpflich davonkommen und ernsthafte Verletzungen zugefügt bekommen können.
Und was an Plottwists gefehlt hat, wurde durch die Charaktere wieder rausgeholt, aber dazu komme ich jetzt.
Die Charaktere:
Es gibt so, so viele Charaktere, die in dem Buch vorgestellt werden und alle sind so unterschiedlich, so authentisch und so lebendig, ich liebe es!
Die Hauptpersonen sind Stephanie, oder sollte ich sagen „Walküre Unruh“ (augenverdreh), und (natürlich) Skulduggery Pleasant.
Beide haben eine ähnliche Denkweise und sind einfach auf einer Wellenlänge, auch wenn sie den anderen manchmal absichtlich nerven, aber so kommen sie einfach noch mehr wie beste Freunde rüber und ja, ich hätte Skulduggery jetzt auch gerne als besten Freund. Bitte, danke!
Was mich nur etwas gestört hat, war das Alter von Stephanie. Ich verstehe, dass das Buch für Teenager ist und Stephanie wahrscheinlich so jung sein sollte, sodass sich die jungen Leser gut in sie hereinversetzen können aber ich als 12-jährige hätte das alles nie so badass durchstehen können…
Sie wirkt zwar schon erwachsener, jedoch denke ich, dass kaum ein 12-jähriges Mädchen sich, ohne ihre Eltern zu sehen, wochenlang tödlichen Gefahren aussetzt und tausende neue, weltverändernde Sachen erfährt und dann ihre Eltern nicht vermisst oder am liebsten zu ihnen laufen würde, wenn etwas Beängstigendes geschieht.
Sie denkt sogar darüber nach, wie lange ihre Eltern nach dem möglichen Tod von ihr wohl brauchen würden, um zu merken, dass das magische Wesen, was Stephanie „ersetzt“, während sie weg ist, nicht Stephanie ist, was ich ziemlich abgeklärt finde.
Aber grundlegend finde ich wirklich alle Charaktere toll, auch wenn ich gerne noch mehr Zeit gehabt hätte, um sie alle besser kennenzulernen, aber es gibt ja noch über sieben Teile, um alle in Ruhe kennenzulernen, von daher…
Besonders Tanith Low habe ich sehr in mein Herz geschlossen und habe gegen Ende richtig mitgefiebert, als es etwas brenzliger wurde (ich versuche, nicht zu spoilern, keine Sorge).
Ich hoffe, dass im nächsten Teil vielleicht nochmal die Beziehungen aus dem ersten Teil ein bisschen erklärt und verdeutlicht werden, da es schon wirklich viele Charaktere gibt und die (Verwandtschafts-)Beziehungen oft erst später klar werden.
Fazit:
Ich muss sagen, dass ich wirklich froh bin, dass mein Freund mir dieses Buch empfohlen hat, da ich wirklich Spaß beim Lesen hatte und ganz gespannt bin, wie es mit den Charakteren, die ich so ins Herz geschlossen habe, weitergeht. (Bitte lass keinen von ihnen sterben ☹)
Alles in allem vergebe ich vier Tulpen an den ersten Teil von „Skulduggery Pleasant“ und lasse mich überraschen, ob die nächsten Teile wirklich noch besser werden und gar fünf Sterne von mir bekommen werden 0.0

Infos zum Buch:
Titel: Skulduggery Pleasant – Der Gentleman mit der Feuerhand
Autor: Derek Landy
Übersetzerin: Ursula Höfker
Erschienen: 2007 beim Loewe Verlag
Buchnummer: 103689