Hei Ihr Lieben 💙
Ich will euch heute ein Buch vorstellen, dass mich 2023 sehr überrascht hat. Von Neil Gaiman hat man bestimmt schon vorher gehört – sei es durch Coraline, Norse Mythology oder als Autor von mindestens zehn weiteren Büchern, die alle gefeierte Klassiker wurden!
Ich habe The Graveyard Book (dt. “Das Graveyard Buch” – warum auch immer der Titel so seltsam übersetzt wurde 😂) in einem Münchner Secondhand Buchladen gefunden und es hat mich magisch angezogen – vielleicht lag es an den goldenen Buchstaben auf dem Cover, was ich liebe, oder weil ich sowieso vorhatte, mal was von Neil Gaiman zu lesen, ich kann es nicht mehr sagen 🤭
Hier aber erstmal eine Zusammenfassung, bevor ich zu meiner Meinung komme
Kurzzusammenfassung:
The Graveyard Book handelt von Bod, der von den Geistern und Bewohnern eines Friedhofs aufgezogen wird, nachdem seine Familie ermordet wurde. Bod, kurz für Nobody, Owens lebt bei einem Geisterpaar und lernt durch sie und Silas viel über die Wege der Geisterwelt. Während Bod heranwächst, erlebt er eine Vielzahl von Abenteuern, lernt die Geheimnisse des Friedhofs und dessen Bewohner kennen und freundet sich sogar mit einer lebenden Freundin namens Scarlett an.
Doch die Bedrohung durch den Mann namens Jack, der Bods Familie ermordet hat und immer noch nach ihm sucht, ist immer präsent. Bod erfährt nach und nach die Wahrheit über seine Vergangenheit und die Umstände seiner Familie. Mit Mut, List und der Unterstützung seiner ungewöhnlichen Freunde stellt sich Bod den Herausforderungen und Gefahren der Welt außerhalb des Friedhofs.
Meine Meinung:
Ungelogen – Schon die erste Seite des Buches hat mich gefesselt. Es ist eine komplett schwarze Seite mit weißer Schrift, die das erste Kapitel mit diesem Satz einleitet „There was a hand in the darkness, and it held a knife“. Like whaaat? Was passiert? Wer was wo? 😮
Nachdem wir mitten in das Geschehen der Ermordung der Eltern und der Flucht des Babys Bod geworfen wurde, erfahren wir in einem Kurzgeschichtenstil mehr über das Heranwachsen von Bod auf dem Friedhof und der steten Verfolgung durch Jack, den Mörder seiner Eltern. Dabei lernt Bod Sachen, die man als Normalsterblicher eher nicht lernt: durch Wände gehen, wie man Ghouls entgeht und unsichtbar werden.
Dabei hat mich der Schreibstil von Gaiman am meisten verzaubert. Die Szenen werden durch die dargestellten Dialekte, Akzente, den Sass von Silas (Lieblingscharakter right here) und die Illustrationen so lebendig, während gleichzeitig die Handlung so fantasievoll und mysteriös ist. Das Buch lässt die Grenzen zwischen Wahrheit und Fantasie verschwimmen, sodass man sich selbst sehr gut in Bods Haut hineinversetzen kann und sich wie in einem anderen Zeitalter gefangen fühlt. Das Gefühl, in einer anderen Zeit zu sein, hatte ich tatsächlich so sehr, dass ich richtig überrascht war, als plötzlich das Wort Smartphone im Buch vorkam! Wie, wir sind nicht in den 1960ern oder so??
Zu dem mysteriösen Vibe steuert auch bei, dass manche Sachen nie wirklich erklärt werden. Zum Beispiel kommt bei meinem Lieblingskapitel „Danse Macabre“, bei der man durch alle Gefühle von lebenslustig zu traurig geschickt wird, die Lady in Grey vor, die bei dem Spektakel anwesend ist, aber nicht weiter erklärt wird, wodurch man selbst, als Leser, ihre Rolle zusammensetzen muss.
Aufgrund der Kapitel, die an sich wie Kurzgeschichten in sich geschlossen sind, hat man erst keine Idee, wie die Geschichten am Ende zusammenfinden, aber tatsächlich werden alle Geschichtsstränge am Ende zu einem kunstvollen Teppich verwoben und das Ende war überraschend. Doch das lässt sich wirklich über das gesamte Buch sagen!
Fazit:
Am Anfang wusste ich gar nicht, was auf mich zukommt, aber dann fesselte mich die Geschichte von Bod und überwältigte mich mit allen Emotionen! Man fühlt sich nach dem Lesen, als hätte man Bod selbst gekannt und wäre mit ihm aufgewachsen, hätte seine menschliche Freundin Scarlett kennengelernt, hätte mit Liza auf dem Friedhof abgehangen und wäre von Jack verfolgt worden, so lebensecht wurde alles beschrieben.
Dazu lehrt „The Graveyard Book” dem Leser wichtige Lektionen über Freundschaft, Tapferkeit und die Bedeutung von Zugehörigkeit und kann meiner Meinung nach in jedem Alter gelesen werden!
Von mir daher 5 / 5 Sterne und eine Empfehlung an jeden⭐
