Kurze Inhaltszusammenfassung:

Von wegen normal! Eigentlich ist Evie vollauf damit beschäftigt, Weihnachtsgeschenke zu besorgen und den großen Winterball zu planen.

Doch wie soll man sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren, wenn sie das Gerichtsverfahren gegen ihre Ersatz-Mum Raquel verhindern, ihren Freund Lend aus den Fängen der Dunklen Elfenkönigin befreien, und sich entscheiden muss, ob sie nun dieses verpiepte Tor in eine andere Dimension öffnen soll oder nicht.

Dort hindurch will nämlich die gesamte Mannschaft der Paranormalen.

Doch was, wenn Lend ebenfalls mitgeht und die Erde verlässt? Plötzlich ist Evies Entscheidung noch viel schwieriger als gedacht.

Meine Meinung:

Das Cover:

Das Cover ist so schön gestaltet wie immer. Die Farben harmonieren gut und der Titel passt diesmal auch wieder besser. Im Hintergrund sind erneut die von Flammen umringten Rosen zu sehen, die als wiederkehrendes Motiv dienen.

Im Bücherregal passen die drei Bücher der Trilogie auf jeden Fall toll zusammen!

Der Erzählstil:

Danke, danke, danke!

Nach dem zweiten Teil bin ich mit einem mulmigen Gefühl an den letzten Teil gegangen, doch ich wurde positiv überrascht und konnte die erste Hälfte des Buches nicht mehr aufhören zu lächeln! Der lockere und charmante Schreibstil mit Witz und Humor von Kiersten White ist wieder da und passt auch in die Situationen, in denen Evie sich befindet. Gut, in den ernsteren Situationen ist er wieder etwas unangebracht, aber eigentlich zeigt das nur, dass Evie sich noch nicht wirklich in der „Normalität“ und dem Leben außerhalb der Zentrale zurechtfindet und, geprägt durch das abgeschottete Leben in der IBKP, nicht wirklich weiß, wie man sich in manchen Situationen verhält.

Daher verzeihe ich Evie das in diesem Band, da es auch nicht so oft vorkam und somit auch nicht auf die Nerven ging.

Ansonsten ist die Geschichte leicht und verständlich geschrieben und die Autorin schafft es ohne viele Worte, den Charakteren und den verschiedenen Orten/ Welten, Leben einzuhauchen, sodass man fast denkt, man wäre schon einmal da gewesen!  

Kurzum: Ich will ins Feenreich! Klar, ich würde wahrscheinlich in kurzer Zeit sterben oder für immer dableiben müssen, aber der Spiegelwald oder der Wald, der aussieht wie von Schnee bedeckt, sind es wert… schätze ich.

Die Handlung:

Gleich in der ersten Szene, in der Evie einem Drachen begegnet, wird man in die Handlung hereingezogen und will unbedingt weiterlesen. Denn diese Begegnung mit dem (neuen) Fabelwesen wirft wieder die offenen Fragen aus dem letzten Band auf: Woher kommen die ganzen neuen Paranormalen? Und warum genau in die Stadt, in der Evie jetzt lebt? Und warte… Irgendetwas verheimlichten Nona und Grnlll doch, aber was?

Der Alltag von Evie in der Einleitung wird gut (sprich: nicht langweilig) eingebunden und es gibt ein schönes Wechselspiel zwischen witzigen und spannenden, handlungsvorantreibenden Szenen.

Da man schon am Anfang merkt, dass mit der IBKP etwas nicht stimmt, erwartet man das in der Inhaltszusammenfassung erwähnte Gerichtsverfahren etwas früher (und nicht erst nach der Hälfte des Buches), und dazu kam es etwas zu kurz. Na ja.

Die meisten offenen Fragen aus Band 2 werden auch beantwortet, zumindest bis auf die, wohin alle Elementargeister zwischen dem ersten und zweiten Band verschwunden sind (wenn ich es überlesen habe, gebt mir Bescheid – die Antwort interessiert mich wirklich) und es gibt keine zu großen Logiklücken oder ungeklärte Fragen im dritten Teil.

Obwohl ich mich auf Seite 405 gefragt habe, ob doch noch ein vierter Teil kommt, war das Ende dann doch abschließend und … ich musste weinen.

Ich habe, glaube ich, noch NIE bei einem Buch geweint, aber das Ende meiner Lieblingsreihe, meine Güte, das hat mich mitgenommen. Dieses „jap ich muss gleich weinen“-Gefühl begann Seite 394 und die Tränen verkneifen musste ich mir dann echt auf Seite 400, als … Okay, keine Spoiler. Schon wenn ich wieder daran denke… Wo sind meine Taschentücher??

Die Charaktere:

Wie schon gesagt, der dritte Teil erinnert mich vom Schreibstil und der Gestaltung sehr an den ersten Teil und das ist auch gut so.

Evie, Lend und Reth nehmen wieder den größten Teil im Buch ein, was mich sehr sehr glücklich gemacht hat. Und obwohl Jack vorkommt, so wirkt er etwas bedächtiger und fast ein wenig unsicher, was eine nette Abwechslung zu dem zweiten Band war!

Und obwohl ich Evie und Jack den Kuss und seine nicht vorhandenen Konsequenzen im zweiten Teil nicht wirklich verzeihen kann, so bin ich froh, dass Evie nicht so sehr auf Jack eingeht, sondern kälter und genervter wirkt.

Zudem finde ich, dass es den dritten Teil gebraucht hat, sodass man wirklich alle Seiten von Evie kennenlernt. Durch den ersten hat man ihre „Bad-Ass“ und auch charmante und lustige Seite kennengelernt, durch den zweiten Band ihre manchmal unangebrachte und unüberlegte Art und durch den dritten ihre sehr von sich selbst überzeugte Art. Aber das alles ist Evie.

Ich finde es einfach schön, dass Evie kein eindimensionaler Charakter ist, sondern wie ein Mensch im wahren Leben, dessen Vielseitigkeit man erst sieht, wenn man länger Zeit mit ihm verbringt und es auch vorkommt, dass man Seiten erkennt, die man nicht so gerne mag!

Lend und Reth sind in dem Band toll wie immer. Man merkt ihre Veränderungen und tieferen Gefühle zwar eher oberflächlich, aber es ist genug und auch verständlich, da das Buch nur aus Evies Sicht geschrieben wird und sie eben nicht über jedes Gefühl und jeden Gedanken von den anderen Charakteren Bescheid weiß.

Fazit:

„Tears´n´Kisses“ ist ein gelungener Abschluss der „Lebe lieber übersinnlich“-Trilogie und bis auf ein paar kleine unbeantwortete Fragen ist alles geklärt und man wird nicht mit einem großen Fragezeichen auf dem Kopf hinterlassen.

Ich möchte zwar trotzdem wissen, was jetzt mit Evie und Lend geschieht und wie die andere Welt ist, aber vielleicht erscheint ja irgendwann ein Sequel oder Companion.

Tatsächlich würde mich das sehr freuen, da ich es im Nachhinein schade fand, dass alle drei Bücher nur aus Evies Sicht geschrieben wurden. So konnte man zwar die vielen unerwarteten Wendungen einbauen, da Evie und somit uns bestimmtes Wissen fehlte und wir damit gut überrascht werden konnte, aber ich hätte gerne mehr über die Gedankenwelt von Reth erfahren und wie er über viele Situationen gedacht hat.

Aber alles in allem fand ich den dritten Band fast genauso gut wie den ersten, das heißt, 4,5 Tulpen yay 😊

Infos zum Buch:

Titel: Tears´n´Kisses // Band 3 von 3

Autorin: Kiersten White

Übersetzerinnen: Jessika Komina und Sandra Knuffinke

Erschienen: 2013 beim Loewe Verlag

ISBN: 978-3-7855-7240-5