Hei Ihr ♥

Tut mir Leid, dass diese Rezension etwas später kam als geplant, jedoch habe ich durch meinen Umzug gerade kein WLAN und muss dafür immer pendeln ^^

Aber jetzt kommt die Rezension zu „Schwestern der Wahrheit“, ein sehr sehr tolles Buch, welches mich einfach umgehauen hat und es kurzum auf meine Lieblingsbuchliste geschafft hat. Aber dazu gleich mehr.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_20200506_202148_991-1024x1024.jpg

Kurzzusammenfassung:

Manche Menschen in der Magislande werden mit Magie geboren. So auch die Strangschwestern Iseult und Safi. Während Iseult Gedanken und Gefühle sehen kann, hilft Safis Wahrmagi ihr dabei, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Doch Safis Magi ist extrem selten und manche würden alles tun, um sie in ihre Gewalt zu bringen.

Nach einem fehlgeschlagenen Überfall müssen die beiden Freundinnen dann auf der Stelle fliehen, da sie von einem Blutmagis gejagt werden. Doch nicht nur er ist hinter den Mädchen her…

Meine Meinung:

Das Cover:

Eins vorweg: Ich liebe dieses Cover und hätte mir kein Besseres für das Buch und seine Handlung vorstellen können.

Das in Grau- und Schwarztönen gehaltene und mit Fetzen eines Sonnenuntergangs versehene Cover zeigt im Mittelpunkt die zwei Strangschwestern Iseult und Safi, die ruhig in einem tosenden Tintenklecksmeer stehen, das die Beiden bis zu den Schultern verhüllt.

Das und die grauen Windböen, die die Szene umgeben, passen einfach so gut zum Inhalt und der Handlung des Buches.

Wie ich sagte, ich liebe dieses Cover und habe absolut nichts daran auszusetzen!

Der Erzählstil:

Das Gleiche gilt für den Erzählstil.

Dieser wechselt stetig zwischen vier Personen, Safiya, Iseult, Merik und Aeduan, und alle sind aus der personalen Erzählperspektive geschrieben, was jedoch weder die Authentizität oder die Lebendigkeit aus den Personen nimmt. Selbst ohne darüberstehende Namen kann man sich sofort denken, aus welcher Sicht diese Passage nun geschrieben wurde, da jede einzelne Erzählweise so individuell ist und das Wesen jedes einzelnen Charakters perfekt rüberbringt.

Dazu ist der Erzählstil so locker und lebendig und entführt einen sofort in die Welt, sodass man fast denken könnte, man würde selbst neben den Charakteren kämpfen, mit Merik flirten oder neben Iseult auf dem Pferd fliehen.

Das World Building:

Ich werde hier nicht viel auf das World Building eingehen, da auch in der Geschichte nicht viel Fokus auf die Welt gelegt wird.

Was ich aber loben muss, ist die Karte in der Buchinnenseite, da sie alle Orte (wirklich alle) vorweisen kann, die in der Geschichte erwähnt werden! Und so freute ich mich immer, wenn ein Ort genannt wurde, den ich dann in der Karte suchen konnte, denn dafür sind Karten doch da, oder? *räusper* Nicht wahr, Sohn der Sieben? *räusper*

Ich habe jedoch einen Kommentar gesehen, in dem stand, dass die Welt unoriginell sei und da muss ich widersprechen.

Natürlich sieht das Wort „Magi“ fast genau gleich aus wie „Magie“, aber komm schon, so viele Arten von Magi wie in diesem Buch habe ich eigentlich noch nirgendwo gesehen. Natürlich sind auch die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft aus „unserer“ Welt übernommen, aber sonst hätte doch niemand mehr durchgeblickt und es gibt eben auch in den Magislanden Luft, die man atmet, und Erde, auf der etwas wächst. Meine Güte… ^^

Dazu finde ich es gut, dass die verschiedenen Magis nacheinander eingeführt werden und man sich langsam einen guten Überblick über die verschiedenen Bereiche machen kann (und das System ist auch recht logisch, sodass man sich es leicht merken kann).

Jedoch hoffe auch ich, dass die Reise uns in den nächsten Bänden auch in andere Länder führt  (hoffentlich auch nach Arithuanien, denn darauf bin ich sehr gespannt), da bis jetzt nur Nubrevna im Detail beschrieben wurde.

Die Handlung:

Die Geschichte hat alles was man braucht: Kampfszenen, Bälle, die Bedrohung eines bevorstehenden Krieges, Liebe und die innige Beziehung zweier Schwestern, die sich auch selbst retten können und keinen Mann dazu brauchen.

Alles fängt mit einem schiefgelaufenen Überfall an. Danach geht eigentlich alles bergab und die zwei Freundinnen müssen fliehen, um sich selbst die Haut zu retten. Ich kann aber leider nicht viel zu der Handlung direkt sagen, da ich sonst etwaige Wendepunkte spoilern würde, deshalb lasse ich es jetzt so.

Es kommen auf jeden Fall viele unerwartete Wendungen und egal wie groß oder klein diese Wendungen sind, man ist jedes Mal überrascht, denn DAMIT hätte man nie gerechnet.

Und es bleibt spannend. Innerhalb der 507 Seiten war ich nie gelangweilt oder hatte keine Lust mehr, weiterzulesen. Ab Seite 350 war es sogar so spannend, dass ich wirklich nicht mehr aufhören konnte zu lesen und, obwohl ich müde wie sonst was war, las bis Mitternacht durch, bis ich das Buch beendet hatte.

Zu dem Ende werde ich nicht viel sagen, aber ich finde es schön, dass die Autorin ein gelungenes Kreisende geschaffen hat, indem Safi auch am Ende an den charmanten Betrüger von Anfang an denkt, mit dem alles angefangen hat.

Die Handlung mit der wunderbaren Erzählweise der Autorin zieht einen einfach in den Bann und lässt einen nicht mehr los.

Die Charaktere:

Die Charaktere sind wohl, wie alles andere, perfekt gelungen!

Durch die personale Erzählperspektive bekommen wir einen guten Einblick in deren persönliches Gefühlschaos und deren Art. So spricht Safi nicht nur sehr umgangssprachlich, sondern auch ihr Erzählstil trotzt davon.

Dazu ist kein Charakter perfekt, jeder hat seine Macken, Eigenarten und auch mal Pech. So kacken Safiya *immer* Möwen auf den Kopf, Merik ist sehr leicht reizbar, Iseult kann ihre Gefühle nicht gut unter Kontrolle halten und bei dem „mächtigen Blutmagis“ Aeduan läuft auch nicht alles rund.

Wir lernen in der Geschichte viele Personen kennen, jedoch habe ich von „Sohn der Sieben“ gelernt, und mir jeden einzelnen Namen aufgeschrieben, auch wenn dieser nur in einem Satz genannt wurde. Und das hat sich gelohnt ^^ (wobei es nur ungefähr 13 wirklich „wichtige“ Charaktere gibt und die vergisst man, auch ohne Notizen, nicht so leicht).

Ich finde es in diesem Buch auch sehr schön, dass eigentlich jeder Hauptcharakter eine andere Herkunft hat und es somit sowohl mehr Varietät in den Hautfarben und äußeren Aspekten als auch bei den Umgangsweisen und dem Verhalten gibt.

So wird es von Strangmagis, wie Iseult einer ist, verlangt, dass sie ihre Gefühle kontrollieren können, keine Gefühlsregungen zeigen und alles mit Logik und Verstand analysieren. Jedoch hat Iseult damit leichte Probleme und wenn sie zu nervös oder aufgeregt wird, kommt bei ihr auch ihr altes Stottern durch, was sie dem Leser zwar umso charmanter macht, was aber in ihrem alten Dorf, zu dem sie einmal zurückkehrt, gar nicht gerne gesehen wird.

Wo wir schon bei Iseult sind… danke für ihren Humor! Es ist so ein schlechter und trockener Humor, aber durch Iseults Unbeholfenheit und dadurch, dass danach immer erklärt werden muss, dass sie gerade einen Witz gemacht hat, wird er witzig und bringt einen oftmals zum Lächeln.

Das Buch strotzt zudem nur so von Diversity und ist auch LGBTQ-freundlich. So gibt es zum Beispiel eine (genannte) homosexuelle Beziehung, die aber nicht zentral in den Fokus gestellt wird (von wegen: „Seht her, wir sind so fortschrittlich, wir haben extra eine LGBTQ-Beziehung eingefügt, sind wir nicht toll??“), sondern wird einfach ohne großes Tamtam genannt und fertig. Wobei ich dazu sagen muss… so ab Seite 153 habe ich mir eigentlich gewünscht, dass Safi und Iseult zusammenkommen… aber gut, man kann nicht alles haben!

Die Beziehungen zwischen den Figuren sind auch sehr realistisch und lebendig, was hieß, dass selbst ich als Leser diese prickelnde Spannung zwischen Merik und Safi mitbekommen habe und sehr mitgefiebert habe. Keine Sorge, sie küssen sich, aber da muss man lange drauf hinfiebern ^^

Alles in allem sind die Charaktere zum Verlieben und ich wünschte, es wären echte Menschen, da ich sie so gerne kennenlernen würde! Besonders Merik 😉 also… zumindest, wenn er nicht gerade kurz vor einem Wutanfall steht ^^

Fazit:

Für mich gab es bei diesem Buch absolut nichts zu bemängeln – die Charaktere sind individuell und toll, die Handlung bleibt durchgehend spannend und man ist gespannt auf den nächsten Teil – und deshalb gibt es von mir 5/5 Sterne und ein Hut Ab an die Autorin.

Ich bin mir fast sicher, dass dieses Buch bald zu einem neuen Klassiker im Fantasygenre wird und ich würde es auch Jedem empfehlen!

5/5 Tulpen für „Schwestern der Wahrheit“

Infos zum Buch:

Titel: Schwestern der Wahrheit

Autorin: Susan Dennard

Übersetzerin: Vanessa Lamatsch

Erschienen: 2016 beim Penhaligon Verlag

ISBN: 978-3-7645-3134-8

Schreibe einen Kommentar