Hei Ihr ♥

Da bin ich wieder – mit einer neuen Rezension zu dem zweiten Teil der „Legend“-Trilogie.

Und auch wie der erste Teil, ist der zweite Teil ein wirklich gelungenes Buch, welches man gar nicht mehr aus der Hand legen will! Aber dazu jetzt mehr 😊

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Der Zweck heiligt die Mittel, oder?

Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen.

Ein Leben im Untergrund.

Ein Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt.

Und eine Liebe, die dem Hass entgegentritt.

Eine Liebe, die Freiheit und Gerechtigkeit verheißt.

Dies ist die Geschichte von Day und June.

Sie sind eine Legende und die Hoffnung der Republik.

Meine Meinung:

Das Cover:

Ist eine Legende. Okay, nein, das … okay wartet.

Das Cover finde ich genauso toll wie beim ersten Teil. Es ist ebenfalls schlicht gehalten, jedoch prangt das goldene Wappen der Kolonien (ja, was der Adler darstellt, finden wir in diesem Teil endlich heraus 😉) diesmal nicht auf weißem Untergrund sondern auf seichter Fliederfarbe und da das harte Cover unter dem Umschlag wie der erste Band in Weiß gehalten ist, passen die drei Bücher sowohl mit als auch ohne Cover perfekt zusammen. Und ja, ich liebe alle drei Farben der Bücher sowieso, also für mich sind das eh die perfekten Cover haha ;P

Der Erzählstil:

Leicht, locker, man kommt gut durch und wird von der ersten Seite an gefesselt. Muss ich mehr sagen?

Selbst wenn mal nichts Großes passiert, so wird man doch in den Bann gezogen und kann nicht mehr aufhören zu lesen!

Wie auch schon im ersten Teil wechseln sich die Erzählperspektiven von Day und June ab, was einem hilft, sich in die zwei Hauptcharaktere gut hineinzuversetzen. Jedoch war es manchmal schwieriger für mich, sich wieder daran zu erinnern, wer gerade aus der Ich-Perspektive schreibt, als ich das Buch mal für ein paar Tage nicht gelesen habe. Aber man findet relativ schnell wieder rein und kann sich auch von den Gedankengängen und Erlebnissen herleiten, um wen es gerade geht.

Die Handlung:

Was bin ich froh, dass der zweite Teil von „Legend“ kein Füllerband geworden ist! Und wenn er als Füllerband geplant war, so merkt man dies absolut nicht.

Es herrscht einfach ein perfekter Mix aus spannenden Handlungssträngen, unerwarteten Enthüllungen und Hintergrundgeschichten zur Welt und den Personen.

Dabei sind die Wendungen so sanft in den Kontext eingebaut, dass man im Vorfeld gar nicht denkt, dass es gleich eine Wendung gibt. Und dann kommt sie doch.

Da man nie genau wusste, was wohl als nächstes passiert, habe ich vor allem ab der Mitte des Buches ein paar Theorien über die weitere Handlung aufgestellt, die aber eigentlich fast alle nicht erfüllt wurden, was wohl daran lag, dass ich gedacht habe, Charaktere wie Anden wären ein Stück unmoralischer und hinterlistiger. Na ja, vielleicht erfüllen sich ein paar meiner Theorien ja im dritten Teil. Es würde mich schon freuen, wenn zumindest die eine stimmen würde, dass Days Vater noch lebt und bei den Patrioten arbeitet, aber … mal schauen 😊

Viele der einleitenden Handlungsstränge wurden auch schon im ersten Teil angedeutet, sodass man schon darauf gewartet hat und nicht verwirrt war, warum das jetzt plötzlich so passiert…

Die ganze Handlung ist auf jeden Fall in sich stimmig und nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern ergibt Sinn und reißt einen, vor allem ab der Hälfte des Buches, sehr mit! Denn jeder verheimlicht irgendwas, alle spielen insgeheim ein falsches Spiel und man weiß nicht mehr, wem man eigentlich noch trauen kann!

Und dann ist da die Sache mit dem Ende. Es ist so herzzerreißend, meine Güte ^^

Ab Seite 349 kommen Schlag auf Schlag und Seite auf Seite Szenen, die mich sehr mitgenommen haben und ich hätte zweimal beinahe geweint. Und dann gibt es nicht mal ein Happy End! Gut, das führt auch dazu, dass man nur umso mehr das dritte Buch der Trilogie lesen will, da „Legend“ doch kein schlechtes Ende haben kann… oder?

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie das alles im letzten Teil weitergeht und ob Day und June ein Happy End haben werden.

Die Charaktere:

Da der zweite Teil kurz nach dem ersten Teil spielt, gibt es keine sonderlich großen Veränderungen in den Charakteren, jedoch merkt man schon, dass die Erlebnisse Spuren hinterlassen haben und so ist Tess zum Beispiel erwachsener geworden und damit aber auch zu einer Person geworden, die ich nicht mochte. Leider.

Aus der unschuldigen, liebenswürdigen und stets hilfsbereiten Tess ist ein Mädchen geworden, das viel älter wirkt als 13, trotzig ist und June bei Day schlecht machen will, da sie jetzt anscheinend plötzlich was von Day will.

Und damit kommen wir ganz kurz zu den Beziehungen zwischen den Hauptfiguren. Achtung, kleine Spoiler!

Da June Anden aufgrund des Planes der Patrioten (zumindest ein bisschen) verführen soll, ist der Kuss zwischen den beiden noch irgendwo verständlich, da sie ihn manipulieren soll und somit nur eine Rolle spielt. JEDOCH fand ich die Sache mit dem Alter da dann doch etwas zu … viel. Was ich beim ersten Teil nicht sonderlich schlimm oder gar erwähnenswert fand, ist hier doch etwas anders. Denn zwischen June und Anden liegen fünf Jahre, da Anden schon 20 Jahre alt ist und June 15. Klar, sie ist erwachsen für ihr Alter, aber … besonders in so jungen Jahren sind fünf Jahre schon einiges!

Dazu kommt die Sache zwischen Tess und Day. Wieder kleiner Spoiler: Da gibt es auch einen Kuss und da musste ich schon die Augen verdrehen. Denn sorry, aber Tess ist erst 13 und Day ist 16 und … und komm schon… müssen unbedingt beide Charaktere „fremdgehen“?

Und dann auch noch ohne irgendwelche Konsequenzen davonkommen? Ich bin mir gerade nicht einmal sicher, ob Day June die Sache mit Tess überhaupt erzählt…

Kann nicht wenigstens einer der Charakter ehrbar sein und sich zurückhalten oder zumindest ein schlechtes Gewissen haben? Aber nein, Day findet es zwar bei June schlimm, aber selber überlegt er noch, ob er sich etwas mit Tess vorstellen könnte…

Zumindest sind die Beziehungen, besonders die Beziehung von Day und June, realistisch gehalten und so wird auch aufgezeigt, dass, auch wenn man perfekt zusammenpasst, eben nicht alles immer glatt läuft, sondern es auch Missverständnisse geben kann und so.

Was mir auch besonders gefallen hat, waren die Charaktere von Thomas und Kaede, da man sich nie sicher war, wie sie innerlich wirklich sind. Bei Thomas bin ich mir bis jetzt nicht sicher, ob ich ihn mögen soll und er eigentlich ein guter Mensch ist, oder ob er einfach ein gefühlsloser Soldat ist, der blind Befehlen gehorcht und keinen Befehl hinterfragt, auch wenn es um das Töten seiner Liebsten geht…

Fazit:

„Legend – schwelender Sturm“ ist ein würdiger Nachfolger des ersten Bandes, den man wirklich nicht so einfach aus den Händen legen kann. Man fiebert bei allen Stellen und Charakteren mit und erfährt gleichzeitig aber auch mehr über Amerika und die Welt in dieser Zeit.

Ich kann es ehrlich gesagt kaum abwarten, den dritten Teil zu lesen und bin gespannt, wie Day und Junes Geschichte enden wird.

Daher verdiente 5 von 5 Tulpen von mir für den zweiten Band der „Legend“-Trilogie.

Infos zum Buch:


Titel: Legend – Schwelender Sturm

Autorin: Marie Lu

Übersetzerinnen: Jessika Komina und Sandra Knuffinke

Erschienen: 2013 beim Loewe Verlag

ISBN: 978-3-7855-7395-2