Hei ihr Lieben ❣️
Auch wenn Fantasy mein absolutes Lieblingsgenre ist, so sage ich auch zu Klassikern nicht Nein. Letztes Jahr habe ich sogar drei Klassiker gelesen, darunter „Dracula“ und „Little Women“. Zwar habe ich für „Little Women“ einfach einen ganzen Monat gebraucht, fand es aber dennoch sehr unterhaltsam. Nur die altenglischen Begriffe und die Länge haben mich etwas aufgehalten 😅
Da ich mal davon ausgehe, dass die Meisten von euch bereits das Buch oder eine der Verfilmungen oder sonstigen Adaptionen von „Little Women“ kennen, folgt eine Rezension mit Spoilern. Wenn ihr also noch nicht wisst, worum es in dem Buch geht, lest euch die Rezension lieber nicht durch 🫶
Zusammenfassung:
„Little Women“ von Louisa May Alcott erzählt die bewegende Geschichte der vier March-Schwestern – Meg, Jo, Beth und Amy – die während des Amerikanischen Bürgerkriegs unter der Obhut ihrer Mutter aufwachsen, da ihr Vater an der Front kämpft. Der Roman, der stark von den eigenen Erfahrungen der Autorin inspiriert ist, zeichnet sich durch seine realistischen Darstellungen der Familiendynamiken und sozialen Herausforderungen des 19. Jahrhunderts aus.
Jede Schwester geht dabei ihren eigenen Weg: Meg, die älteste, strebt nach einer konventionellen Familienrolle; Jo, die ungestüme Schriftstellerin, kämpft für ihre Unabhängigkeit; Beth, die schüchterne Musikerin, verkörpert Sanftmut und Selbstaufopferung; und Amy, die jüngste, entwickelt ihre künstlerischen Talente und ihren Ehrgeiz.
Das Buch folgt ihren Lebensreisen von einer relativ unbeschwerten Kindheit durch erste Verliebtheiten bis hin zu den ernsten Herausforderungen des Erwachsenenlebens. Schicksalsschläge wie Beths tragische Krankheit und Tod sowie unerwartete Wendungen wie Amys Heirat mit Laurie zeigen, dass das Leben oft anders verläuft als geplant.
„Little Women“ beleuchtet dabei zentrale Themen wie die Bedeutung von Familie, die Suche nach persönlichem Glück und die Herausforderungen, denen Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft gegenüberstehen.
Meine Meinung:
Das Cover:
Neben unzähligen Theaterstücken und Verfilmungen, gibt es wahrlich auch unzählige Variationen der Buchausgabe von „Little Women“. Selbst ich hatte anfangs tatsächlich zwei Ausgaben des Klassikers Zuhause, da mir beide vor paar Jahren zeitgleich an meinem Geburtstag geschenkt wurden 😂
Die Version, die ich dann letztendlich gelesen habe, war die englische Version zum hundertfünfzigsten Jahrestag des Buches. Neben einem Vorwort über die Bedeutsamkeit des Werkes gibt es auch über 200 Illustrationen, die das Gelesene gleich noch lebendiger machen.
Die Farben des Covers sind dabei in einem dunklen Grün mit braunen Akzenten gehalten, wobei in der Mitte die vier Schwestern, farblich akzentuiert, hervorgehoben sind.
Ich finde das Cover sehr gut gestaltet, da es einem sofort das Gefühl gibt, gerade ein sehr altes Buch zu lesen, wobei es zugleich aber sowohl simpel als auch elegant gestaltet ist, was gut zu der Handlung passt.
Die Charaktere:
In „Little Women“ stehen die vier March-Schwestern im Vordergrund, welche wir durch ihre Jugend und frühen Erwachsenenjahre begleiten und dadurch viel von ihrer Familiendynamik sowie ihrer Entwicklung mitbekommen. Ihre jung geschlossenen Pläne und Zukunftsträume gehen jedoch nicht alle so in Erfüllung, wie sie erhofften, was jedoch zeigt, dass es nicht nur eine Art Happy End gibt.
So träumt die älteste Schwester Meg schon immer von einem luxuriösen Leben, heiratet dann aber einen armen Lehrer. Statt Luxus findet sie ihr Glück in einer einfachen, aber liebevollen Ehe. Jo March hingegen ist ein sehr progressiver Charakter, da sie traditionelle Geschlechterrollen ablehnt und als Frau Karriere machen will, was damals nicht hoch angesehen war. Obwohl wahrscheinlich jeder Jo mit Laurie, dem süßen Nachbarsjungen, gesehen hat, fand ich, dass ihre letztendliche Entscheidung Sinn gemacht hat (auch wenn sie mir ein bisschen das Herz gebrochen hat). Die größte Entwicklung sieht man wohl bei Amy, der jüngsten Schwester, die von einem verwöhnten, eitlen Mädchen zu einer einfühlsamen Frau heranwächst und schlussendlich Laurie heiratet.
Doch nicht nur Liebesgeschichten finden sich in dem Buch vor. Auch Drama, Streitereien und Verlust werden behandelt. So wandelt sich ein Handlungsstrang, der mit einer guten Tat für eine kranke Familie anfängt, zu einer tragischen Geschichte über den frühen Tod der zweitjüngsten Schwester Beth, die stets nur das Gute im Leben gesehen hat und deren Musik die Häuser und Herzen der Menschen in ihrem Umfeld erwärmt hat.
Alles in allem sind die Charaktere sehr lebendig gestaltet und auch die Beziehungen untereinander sind vielschichtig und verstrickt. Man merkt den Einfluss des realen Lebens der Autorin in allen Seiten und das Vorbild ihrer eigenen Familie.
Was mich dabei am meisten beeindruckt hat, ist, wie unvergesslich die Charaktere sind. Bei vielen anderen Bücher könnte ich nach geraumer Zeit nicht mehr explizit die Schwächen, Stärken und Eigenschaften der Hauptfiguren nennen, doch in „Little Women“ wirken die Charaktere, auch nach dem Vergehen von etwas Zeit, wie alte Vertraute, im Gedächtnis verblieben.
Die Handlung:
„Little Women“ spielt während und nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, was zu einigen Problemen und Hindernissen im Leben der March-Familie und den umgebenen Charakteren führt. Da der Vater im Krieg ist, muss sich von Anbeginn des Buches allein die Mutter um die vier Töchter kümmern und es besteht Sorge, ob der Vater überhaupt zurückkommen wird.
Das Buch ist ursprünglich in zwei Teile unterteilt, jedoch sind die beiden Bände in meiner Edition zusammengefasst, weswegen ich auch beide Teile hier besprechen werde.
Im ersten Teil lernt man die Charaktere näher kennen und bemerkt schon die engen Bande der Familie, die auch im weiteren Verlauf nie gebrochen werden. Die Charaktere reden über ihre Träume und ihre Sorgen und vertreiben sich die Zeit sowohl mit selbsterfundenen Theaterstücken, einer eigenen Zeitschrift als auch ihrem Nachbar Laurie, der bald ein enger Freund der Familie wird. Der Teil zeigt die unschuldige Kindheit der Schwestern, die nur von einer kurzen Krankheit von Beth getrübt wurde.
Nachdem sich Beth im ersten Teil erst einmal erholt hat, verschlechtert sich ihre Gesundheit im zweiten Teil erneut und sie verstirbt letztendlich. Währenddessen hat Meg den armen Lehrer John Brooke geheiratet und bekommt Zwillinge. Jo versucht immer wieder, Geschichten und Bücher zu veröffentlichen, was als Frau nicht einfach ist, und zieht schlussendlich nach New York, um ihre Karriere weiterzutreiben. Laurie, der ihr schon oft Zeichen gegeben hat, mehr als Freundschaft zu empfinden, weist sie ab und findet in einem älteren Professor ihr Liebesglück, womit auch sie selbst nicht ganz gerechnet hat.
Das Buch ist nicht nur ein Coming-of-Age-Roman sondern wirklich ein Living-Life-Roman, der rund 15 Jahre umfasst. Dabei gibt es nicht nur eine Schwester, die im Vordergrund steht, sondern es werden alle individuellen Lebenswege der Schwestern aufgezeigt. Was besonders schön zu lesen ist, ist die Stärke der Bindung zwischen den Geschwistern. Egal wie unterschiedlich ihre Lebenswege sind, so sind sie stets füreinander da und lieben sich so wie sie sind.
Auch die Themen wie Liebe und Verlust werden in einer sehr besonderen Art behandelt und zeigt zugleich, die Herausforderungen und Anforderungen an Frauen im 19. Jahrhundert.
Fazit:
Louisa May Alcott hat mit “Little Women” ein Meisterwerk geschaffen. Die vier Schwestern sind vielschichtig und lebendig gestaltet, die Beziehungen bewundernswert und nachvollziehbar und die angesprochenen Themen und Meinungen sind auch heute noch relevant.
Alles in allem kann ich „Little Women“ nur empfehlen und daher gibt es auch 4,5 Sterne von mir ⭐
Informationen zum Buch:
Titel: Little Women (150th Anniversary Edition)
Autorin: Louisa May Alcott
Erschienen: 2019(first published 1868) bei SeaWolf Press
ISBN: 9781950435098