Hei Ihr ♥
Ta-da, ich konnte mich auch wieder aufrappeln und habe nun auch endlich die Rezension zu „Flawed“ fertig. Habt ihr den ersten oder gar beide Bände schon gelesen und, was mich noch mehr interessieren würde, wie fandet ihr den Roman? Ich bin bei dem Roman sehr zwiegespalten gewesen, aber erfahrt mehr in der Rezension:

Kurzzusammenfassung:
Celestines Leben scheint perfekt:
Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund. Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln.
Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte. Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nicht geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit.
Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.
Meine Meinung:
Das Cover:
Ich fand das Cover sehr ansprechend und verstehe, warum sich der Herausgeber für dieses Cover entschieden hat, da es grundlegend zur ganzen Handlung passt und auch eine gewisse Symbolkraft hat. So könnte der Kreis hinter Celestine für das Symbol auf Seite 45 stehen. Dort wird erklärt, dass der Kreis als Sinnbild der Perfektion gilt. Dass dieser auf dem Cover in Flammen aufgeht, zeigt wohl eindeutig, dass da etwas den Bach runtergeht und irgendetwas gewaltig schieflaufen wird. Doch… ich weiß nicht… ich bin von dem Cover nicht komplett überzeugt und könnte mir denken, dass es bessere Cover gegeben hätte. Aber es ist keinesfalls schlecht.
Der Erzählstil:
Ach, der Erzählstil. Da bin ich ehrlich gesagt ein bisschen zwiegespalten.
Cecilia Ahern ist eine bekannte Romanautorin und scheint mit ihren Büchern und somit auch mit ihrem Erzählstil viele viele Leute anzusprechen. Jedoch hätte ich das Buch mehrmals fast abgebrochen, da ich mich zu sehr über den Schreibstil aufgeregt habe ^^
Viel zu oft hätte ich gerne gerufen „Show, don´t tell, Cecilia! Show. Don´t. F***ing. Tell!”, denn anstatt Charaktere einfach handeln zu lassen, erklärt die Autorin uns deren Charakterzüge, was auf Dauer ziemlich nervig war und mir das Gefühl gab, dass wir Leser als dumm dargestellt werden und uns alles erklärt werden muss, sodass auch wir es verstehen.
Am Anfang wird wirklich sehr viel eher von außen und wie ohne Gefühl erzählt, was das flüssige Durchlesen leider erschwert. Es kann den Grund haben, dass Celestine, welche aus der Ich-Perspektive erzählt, als sehr logischer Mensch dargestellt wird, der erstmal alles beobachtet und durchdenkt, bevor er handelt. Aber wer weiß.
Jedoch würde dies auch erklären, warum der Erzählstil (und eigentlich alles) ab dem Prozess (also nach ungefähr 2/5 des Buches) deutlich besser wird, da sich Celestine dort um 180 Grad verändert. Aber dazu kommen wir später.
Ab dem Prozess steigt die Spannung aber allemal und hält sich auch konstant auf einem Level, sodass man wirklich mitfiebert.
Die Charaktere:
Celestine ist die Hauptfigur des Romans „Flawed“ und durch und durch perfekt. Zumindest hält sie sich für perfekt und sieht die Perfektion als größtes Lebensziel an.
Wiederholen tut Celestine dies minimal oft (Ironie an) und nimmt ihre eigene Perfektion auch gerne als Themawechsel, wie es jeder normale Mensch macht …
„Was ist denn heute los mit dir?“, fragt Art, ein bisschen befremdet, aber auch amüsiert.
„Ach nichts“, sage ich und versuche, das Thema zu wechseln. „Ich bin einfach nur perfekt, weiter nichts.“
„Flawed“ – Seite 64
Wenn ihr das Buch lest, überspringt die Seiten 64 und 65 einfach. Dort wird nur (zum hundertsten Mal) erklärt, dass Celestine schlau und perfekt ist – also perfekte Noten hat, ständig Definitionen aus dem Wörterbuch zitiert und auch die Angewohnheit hat, Menschen bei jedem kleinen Grammatikfehler etc. zu korrigieren. Aber, wie Celestine sagt „So bin ich eben.“.
Also sehr … charmant. Mit Celestine konnte ich letztendlich einfach nicht warm werden und hätte mir gewünscht, nicht nur ihre Sichtweise zu sehen oder zumindest mehr über andere Personen zu erfahren. Denn wir lernen wirklich viele Leute kennen, die aber alle, bis auf zwei Ausnahmen, in den Hintergrund gedrängt werden.
Mein Kritikpunkt ist auf jeden Fall, dass der Fokus zu sehr auf Celestine und allem, was mit ihr zusammenhing, lag, ihre Charaktereigenschaften viel zu oft wiederholt wurden, diese uns dann nicht einmal gezeigt wurden, sondern erklärt wurden und man durch diesen Fokus zu wenig von den Motiven, Vorhaben und Eigenschaften der anderen Personen mitbekommt und daher oft nicht versteht, was gerade vor sich geht und warum.
Und dann gibt es noch die „Beziehung“ zwischen Carrick und Celestine, die wahrlich bizarr ist. Ich will nicht zu viel spoilern, aber Carrick und Celestine lernen sich bei einem Markierungsprozess kennen, bei dem sie sich für mehrere Tage in zwei nebeneinanderliegenden Zellen befinden, durch deren Wände sie sich nur sehen können – das heißt, sie können nicht miteinander reden oder sich anders verständigen.
Celestine will gefühlt von Anfang an auf der guten Seite von Carrick stehen und fühlt sich irgendwie mit ihm verbunden. Er hat gefühlt keinen Bock auf sie.
Sie selber sagt zwar auch „Die Verbindung zu ihm kommt mir so intensiv vor, obwohl ich ihn ja im Grunde gar nicht kenne.“, doch was davor und danach kommt, lässt mich eher denken, dass diese „starke Verbindung“ besser als „sexuelle Attraktivität“ bekannt ist.
*räusper* Ich zitiere…
„Seine bloße Anwesenheit hat mich beruhigt. Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken meinerseits, jemanden mit seinem Körperbau auf meiner Seite zu haben. Aber die Verbindung zu ihm kommt mir so intensiv vor, obwohl ich ihn ja im Grunde gar nicht kenne. Ich fühle mich so grässlich, so eingeengt und unter Druck, und wenn jemand diese Gefühle nachvollziehen kann, dann er, der mit mir hier drin ist. Dass er ungefähr im gleichen Alter ist wie ich, verstärkt das Gefühl noch.“
„Flawed“ – Seite 124
Ich weiß nicht, wie es euch geht (oder beim Lesen des Buches ging), aber seit dem ersten Treffen der Beiden war mir klar, dass das hier eine Dreiecksbeziehung wird. Art, Celestine und Carrick.
Und irgendwie ja aber irgendwie nicht und irgendwie wird das Ganze auch komplett in den Hintergrund gedrängt, sodass wir zwar wissen, dass Celestine Gefühle für Beide hat, aber alles ganz ganz schwierig ist. Klären tut sich die Sache am Ende des Buches nicht und so habe ich keine Ahnung, was das alles sollte.
Da Carrick insgesamt auf vielleicht 30 Seiten auftaucht, gibt es auch nicht wirklich viele Szenen, bei denen man merken könnte, dass Carrick auch diese Verbindung spürt, und so wirkt Celestine manchmal eher obsessed mit Carrick (zum Beispiel wenn sie alles über ihn rausfinden will und zum zehnten Mal sagt, wie stark diese Verbindung war, auch wenn sie nicht einmal miteinander gesprochen haben).
Die anderen Charaktere sind wirklich interessant, aber leider bekommen wir von ihnen viel zu wenig mit. So hätte ich gerne über Celestines Mutter und Schwester erfahren, da diese augenscheinlich große Charakterentwicklungen machen, man als Leser aber nur die äußerlichen Folgen erkennen kann und nicht die Entwicklungen hautnah mitbekommt.
Die Handlung:
Wie schon beim Erzählstil erwähnt, hat sich der Anfang des Buches sehr gezogen, was zum einen auf jeden Fall daran lag, dass Manches zu oft und in sehr kurzen Abständen wiederholt wurde, wodurch die Anfangshandlung unnötig in die Länge gezogen wurde und ehrlich gesagt ziemlich langweilig war. Die Geschehnisse wären sogar spannend gewesen, jedoch wurde der Fokus nicht auf die Handlung gelegt, sondern darauf, uns Lesern die Charaktere (beziehungsweise hauptsächlich natürlich Celestine) zu erklären und dies zehnmal in Folge. Was genervt hat. Sehr.
Ab dem Prozess wurde der Fokus aber zum Glück eher auf die Handlung gelegt und auch die Spannung hat sich konstant gehalten. Was aber leider nicht gegen die Verwirrung geholfen hat. Celestine versteht nämlich selber die Hälfte der Geschehnisse nicht ganz und da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, dachte sich Ahern wohl „wenn die Hauptfigur es nicht weiß, sollen die Leser es auch nicht wissen, sodass sie das Gefühl der Verwirrung von Celestine verstehen“. Ja, angekommen, aber nein danke.
Oft kam es auch vor, dass ein Handlungsstrang anfing und dann durch eine andere Handlung unterbrochen wurde. Das ist ja an sich normal, aber die unterbrechende Handlung hat dann so lange angedauert, beziehungsweise wurde so ausführlich erläutert (und alles mehrmals wiederholt), sodass man am Ende dieser Zwischenhandlung gar nicht mehr wusste, worum es davor ging, da dies einem schon wie Jahre her erschien.
Dies noch verbunden mit den ungeklärten Fragen bei den Charakteren hinterließ bei mir die Hälfte der Zeit ein Fragezeichen im Gesicht.
Das Ende ist ehrlich gesagt das Schlimmste vom Buch und zwar nicht, weil es vorbei ist ^^
Okay, ich will nicht spoilern, aber jetzt einfach eine Spoilerwarnung, falls es doch ein zu großer Spoiler ist:
Also, man versteht im letzten Kapitel sowieso nicht, worum es gerade wirklich geht und plötzlich kommt eine Person, von der ich gefühlt das erste Mal in dem Buch gehört habe, und will mit der fliehenden Celestine verhandeln und erstmal ein (gefühlt) fünfstündiges Gespräch führen…
Wer ist diese Person? Was macht sie einfach zufällig auf der Straße vor Celestines Haus? Und worum geht es in dem Buch???
Fazit:
Also… ich gebe dem Buch 2,5 Sterne, was mir wirklich schwergefallen ist, da ich glaube, dass Cecilia Ahern einfach zu viele (gute) Ideen hatte, die sie alle gleichzeitig einbauen wollte und es dadurch zu verwirrend wurde. Das Buch an sich ist wie gesagt auch sehr spannend geschrieben (zumindest nach dem Anfang) und das Cover passt auch gut zur Geschichte.
Jedoch gibt es einfach größere Makel, wie den ganzen Anfang mit den stetigen Wiederholungen, die Undurchsichtigkeit, den Hauptcharakter und das Ende.
Ich würde das Buch nicht unbedingt empfehlen, kann mir aber durchaus vorstellen, dass viele Leute das Buch gut finden würden und würde daher auch niemandem abraten, das Buch zu lesen.
Alles in allem gibt es von mir daher 2,5 von 5 Ahornblättern von mir für den ersten Teil von „Flawed“ von Cecilia Ahern.

Infos zum Buch:
Titel: Flawed – Wie perfekt willst du sein?
Autorin: Cecilia Ahern
Übersetzerinnen: Christine Strüh und Anna Julia Strüh
Erschienen: 2016 bei Fischer FJB
ISBN: 978-3-8414-2235-4