Hei ihr ♥
Da dies meine erste Rezension auf dem Blog sein wird, wollte ich euch gleichzeitig mein Lieblingsbuch vorstellen und zwar „Flames ´n´Roses“.
Dies ist der erste Band der „Lebe lieber übersinnlich“-Trilogie und seit ich es das erste Mal mit 14 Jahren oder so gelesen habe, ist es mein absolutes Lieblingsbuch!
Kurze Inhaltszusammenfassung:
„Flames ´n´ Roses“ handelt von Evie, einem hübschen Teenager mit einer enormen Vorliebe für Pink, welche dank ihrer Fähigkeit, unter das Cover von Paranormalen sehen zu können, bei der IBKP (der internationalen Behörde zur Kontrolle Paranormaler) arbeitet und ihnen hilft, Paranormale zu fangen und unschädlich zu machen.
Sie selbst lebt in der Zentrale der Behörde, umgeben von übernatürlichen Wesen, und möchte doch eigentlich nichts mehr, als ein normales Leben zu führen mit einem Führerschein, Freunden und einem Spind; doch umringt von Feen, Werwölfen und Vampiren ist das gar nicht so einfach.
Ihre einzigen Vertrauten in der Zentrale sind Evies beste Freundin Lish, eine Meerjungfrau, und Raquel, die zu so etwas wie Evies Ersatzmutter geworden ist.
Besonders Lish kann Evie alles erzählen, was in ihrem Leben so vorgeht, von den neuesten Entwicklungen bei deren Lieblingsserie „Easton Heights“ bis hin zu den neuesten Vorfällen mit Reth, Evies Exfreund und dazu eine Fee.
Eines Tages bricht Lend (ein Gestaltenwandler) in die Zentrale ein und stellt Evies Leben ziemlich auf den Kopf, als sie sich erstens langsam in ihn verliebt und Evie zweitens von einer dunklen Prophezeiung hört, die anscheinend von ihr handeln soll.
Als dann plötzlich alle Paranormalen umgebracht werden, liegt es an Evie und Lend herauszufinden, was mit der Prophezeiung gemeint ist. Wer tötet die Paranormalen? Und wenn es nicht Evie ist, warum trifft die Prophezeiung dann so gut auf sie zu?
Meine Meinung:
Das Cover:
… ist ein Traum! Eine pinke Silhouette, die wohl Evie darstellen soll, vor einem Hintergrund aus hellem Grau, beides versehen mit einem Motiv, das den Titel wiederaufgreift: ein Rosenkopf umgeben von Flammen.
Beide Farben harmonieren sehr schön und da ich bei der Farbvorliebe wohl wie Evie ticke, freue ich mich einfach total über das Cover, da es einen rosafarbenen Anteil hat ^^
Ich bin ein bisschen froh darüber, dass der deutsche Verlag den englischen Originaltitel „Paranormalcy“ und das ursprüngliche Cover nicht genau so übernommen haben, wobei der Name „Flames ´n´Roses“ erst Sinn ergibt, wenn man das Buch zumindest bis zur Hälfte gelesen hat – „Paranormalcy“ ist da ein bisschen aussagekräftiger.
Der Erzählstil:
Kiersten White hat es einfach drauf!
Sie schafft es, das komplette Buch über in einer lockeren, leichten und frechen Art zu schreiben, sodass Evie und alle anderen Charakteren durch ihre Schreibweise lebendig werden und man sich selbst in die Nebencharaktere gut hineinversetzen kann.
Die komplette Geschichte wird aus der Ich-Perspektive und somit aus Evies Sicht erzählt, was dazu führt, dass man sehr viel über Evie selbst erfährt, Lends Geschichte aber erstmal nicht beachtet wird, da sie nichts darüber weiß.
Was mich besonders gefreut hat, ist, dass White Evie wie einen realen Teenager mit all seinen Imperfektionen, Unsicherheiten und all der Unbeholfenheit klingen lässt und nicht wie eine Erwachsene, die versucht, wie ein Teenager zu klingen… was leider in vielen Jugendbüchern der Fall ist…
Demzufolge ist Evie kein makelloser Charakter, der immer weiß, was er zu sagen hat, sondern sie verhaspelt sich auch oft. Und da sie jahrelang keine Gelegenheit zum Flirten hat, ist sie (trotz ihres scheinbaren Naturtalents darin) etwas unbeholfen.
Ein ganz süßes Beispiel findet sich da auf Seite 108:
„Und, kannst du echt durch alles hindurchsehen?“, fragte Lend, während er eine weitere Skizze von mir machte.
Ich betrachtete fasziniert das Wechselspiel zwischen den Händen seines Covers und seinen eigenen darunter.
„Nein, nicht durch Kleider oder so was. Nur durch Cover. Na ja, das heißt bei dir schon, weil deine Klamotten ja nicht echt sind.“ Entsetzt verstumme ich. „Ich meine, ich gucke natürlich nicht hin … Du bist ja schwer zu erkennen und ich sehe dir gern in dein richtiges Gesicht, aber ich versuche jetzt nicht, irgendwas zu – Oh Mann, das klingt ja schrecklich!“
Szenen wie diese zeigen auch den charmanten Humor Kiersten Whites auf, der einem stets ein Lächeln auf die Lippen zeigt
Die Handlung:
So, da ich das Buch schon *räusper* öfter gelesen habe, kannte ich ein paar der Handlungsstränge noch teilweise, wobei ich die große Enthüllung am Ende nur noch vage in Erinnerung hatte; womit ich nicht sagen will, dass die Enthüllung schlecht war, sondern dass ich mich mit 14 wohl eher auf die Liebesgeschichte fokussiert habe, als auf dramatische Enthüllungen ^^
Meine Erinnerung wurde zwar an vielen Stellen aufgefrischt und spätestens auf Seite 137 kam mir eine Theorie über die Endwendung, die der Wahrheit schon ganz nahekam. Aber es gelingt der Autorin wirklich, den großen Knall bis zum Ende aufzubewahren und selbst wenn man seine Theorien hatte, so werden diese durch unerwartete Wendungen wieder zugrunde gelegt.
Die Handlung ist in sich schlüssig und die Spannung wird von der ersten Seite stetig aufgebaut. Schon am Anfang, bei dem die Charaktere nach und nach vorgestellt werden, gibt es zahlreiche kleine Spannungsmomente und so wird es nicht langweilig.
Im letzten Drittel kann man fast nicht mehr aufhören zu lesen, da man so sehr mit den Charakteren mitfiebert und unbedingt wissen will, wie sich die ganze Situation entwickelt, und ich musste mich echt zusammenreißen, das Buch um 2 Uhr morgens dann doch mal aus der Hand zu legen!
Die Charaktere:
Okay, darauf habe ich die ganze Zeit gewartet! Denn die Charaktere sind einfach zum Verlieben!
Da der Roman sich um übernatürliche Wesen dreht, rechnet man schon fast mit all den Klischees, die es für jedes Wesen gibt, aber Kiersten White zeigt die Paranormalen auf eine realistische Art und Weise. So haben Vampire ein Spiegelbild, mögen es aber nicht wirklich, da man dadurch ihr Cover besser sehen kann, was logischer ist als dass sie plötzlich unsichtbar werden, wenn sie in einen Spiegel schauen… Vampire sind zwar untot, aber keine Geister.
Und dann die Gestaltung der Hauptfiguren – hach, da entfährt mir gleich ein „Ich-liebe-euch-alle-bis-auf-dich-Reth-du-bist-mir-sehr-unheimlich“ Seufzer ganz nach Raquels Art.
Jeder ist auf seine Weise charmant (Reth ausgeschlossen), hebt sich deutlich von den anderen Charakteren ab und ist so lebendig geschrieben, dass man ein gutes Bild von ihnen im Kopf hat und sich in jeder Situation in sie hineinversetzen kann.
Besonders in Evie kann man sich (wahrscheinlich vor allem als Teenagerin oder junge Frau) sehr leicht hineinversetzen, was vor allem durch die Ich-Perspektive erleichtert wird.
Als ich das Buch in meiner Teenagerzeit das erste Mal gelesen habe, habe ich mich auf jeden Fall sofort in Evie wiedergefunden und habe mir auch ein paar Sachen von ihr abgeschaut. Ich hatte zwar nicht jeden Tag einen pinken Taser dabei, habe aber angefangen, Flüche oder Schimpfwörter durch „Piep“ zu ersetzen. Bis heute ist das ein Insider zwischen mir und meiner besten Freundin und alles nur wegen Evie 😉
Manchmal wirkt sie zwar etwas oberflächlich, da sie generell nach dem Aussehen von Typen geht und mit jedem „süßen“ Typen reden will, aber das ist teilweise wohl ihrem einsamen Leben ohne Kontakt zu irgendwelchen ´normalen´ Typen zu schulden und der Serie „Easton Heights“ mit ihren gutaussehenden Schauspielern, welche die einzige Quelle für ihr Bild von der Realität ist.
Was ich ebenfalls gut an dem Charakter von Evie finde, ist, dass sie sich nicht leicht unterkriegen lässt und Institutionen wie die IBKP auch mal hinterfragt anstatt alles einfach hinzunehmen.
Und obwohl Evie taff und frech erscheint, schimmert doch oft ihre Einsamkeit durch und selbst die Beziehungen zu Raquel und Lish helfen dem nicht.
Nur Reth (argh) scheint ihr dabei helfen zu können, da er ihr Wärme und ein Gefühl von Zugehörigkeit schenkt. Und wenn sich das jetzt lieb und aufmerksam anhört, dann ist das weit gefehlt. Denn er ist eine Fee und Feen sind in diesem Buch „gruselig, manipulativ, amoralisch, psychotisch und bitte-hier-weitere-negative-Attribute-Ihrer-Wahl-hinzufügen“ (Beschreibung der Feen aus dem 2. Band „Dreams ´n´Whispers“) und machen nichts für das Wohlergehen der Menschen sondern nur für sich selber.
Reth wird so fantastisch als psychotisch und manipulativ dargestellt, dass man ihn, Lob an die Autorin, aus ganzem Herzen verabscheut und ich selber jedes Mal angespannt wurde, wenn er ins Spiel gekommen ist, da man ihm alles zutraut. Und selbst wenn es erst nicht scheint, als ob er Evie etwas tun will, so hat man trotzdem stets Angst um sie, da er wie besessen von ihr scheint und gefühlt alles tun würde, um sie zu „besitzen“.
Aber zum Glück gibt Evie ihm auch oft Kontra (aber ganz ehrlich, ich wäre auch so angepisst auf Reth ^^). Mein liebstes Beispiel ist auf Seite 172. Lest euch bis dahin, es lohnt sich!
Die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren sind ebenfalls sehr lebendig und realistisch geschrieben und auch unterschiedliche Facetten dieser werden aufgezeigt.
So denkt man am Anfang, Raquel wäre ein bisschen wie ein Eisblock und lässt niemanden an sich ran, doch bald merkt man, dass das zwar ihre Fassade ist, sie aber eine gewisse Zuneigung und Verantwortung gegenüber Evie spürt und auch für Evie da ist, wenn sie jemanden braucht.
Vor allem die Beziehung zwischen Lend und Evie… hach. Klar, es ist eine Teenagerbeziehung und die erste Beziehung überhaupt von Beiden und so geht nichts über Küssen und Rumschmusen hinaus (das heißt keine heiße Sexszenen), aber die Beziehung ist trotzdem nicht zu unterschätzen, da Beide es ernst miteinander meinen, sich blitzverliebt haben (gut, Evie hatte nicht gerade viel Auswahl und Lend kann sich in jede Person aus Easton Heights verwandeln, also komm schon) und sie sind beide auf der selben Wellenlänge.
Und von Lish darf ich gar nicht anfangen… wirklich nicht, sonst verrate ich noch, was mit ihr passiert und das sollt ihr selbst lesen!
So, jetzt habe ich aber wirklich viel über die Charaktere erzählt und ihr sollt euch doch selber ein Bild von ihnen machen.
Fazit:
Ja, ich liebe dieses Buch einfach und muss jetzt auf jeden Fall weiterlesen, da das Ende zwar alle offenen Fragen beantwortet, aber man total gespannt ist, wie Evies Leben und die Beziehung zu Lend jetzt weitergehen wird.
Die Charaktere, der Stil von Kiersten White und die gesamte Handlung mit seinen unerwarteten Wendungen machen das Buch auf jeden Fall lesenswert und ich kann das Buch nur empfehlen; und zwar für alle Altersgruppen! Das Buch geht zwar um eine sechzehnjährige Teenagerin, aber die Gefühle und Beziehungen sind komplexer als in einem stereotypischen Jugendroman und auch tiefgehender.
Meine Bewertung:

Infos zum Buch:
Titel: Flames´n´Roses – Lebe lieber übersinnlich // Band 1 von 3
Autorin: Kiersten White
Übersetzerinnen: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Erschienen: 2011 beim Loewe Verlag
ISBN: 987-3-7855-7238-2