Kurze Inhaltszusammenfassung:

Sportstunden, Zickenkrieg auf der Mädchentoilette und ein eigener Spind!

Evie ist glücklich, endlich das Leben eines gewöhnlichen Teenagers zu führen. Doch Normalsein kann auf die Dauer auch ziemlich … langweilig sein.

Als die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler Evies Hilfe braucht, zögert sie nicht lange – und schon überschlagen sich die Ereignisse: Ihr Exfreund Reth konfrontiert sie mit niederschmetternden Enthüllungen über ihre Vergangenheit und im Feenreich bahnt sich ein Kampf an, bei dem es um niemand anders geht als – Evie selbst.

Meine Meinung:

Das Cover:

Das Zusammenspiel der Farben pink und hellgrau mit der weiblichen Silhouette im Vordergrund trifft immer noch genau meinen Geschmack. Aber im Gegensatz zu dem ersten Band „Flames´n´Roses“ wird im Laufe des Buches nicht wirklich klar, wofür das „whispers“ steht… „lies“ wäre auf jeden Fall logischer gewesen, aber gut, vielleicht sind mit „whispers“ ja die Geheimnisse gemeint, die Evie vor Lend verheimlicht.

Das kleine, auf dem Cover verteilte, Motiv ist dasselbe wie auf dem ersten Band – eine Rose umringt von Flammen – passt aber nicht mehr wirklich zur Handlung oder dem Titel des Buches und hat wohl eher die Aufgabe, mit den verwendeten Farben eine gewisse Konstante im Buchdesign zu sein.

Der Erzählstil:

Der lockere und freche Erzählstil Kiersten Whites ist immer noch da und kommt besonders in den ersten und letzten 60 Seiten gut zum Vorschein.

Dazwischen wirkt diese witzige und freche Art, die Evie mit dem Schreibstil verliehen wird, manchmal etwas aufgesetzt oder fehl am Platz.

So zum Beispiel ab Seite 117, als Evie auf Steve den Vampir trifft, der mittlerweile als Poltergeist sein Unwesen in der Zentrale der IBKP treibt, mit allem unzufrieden ist, deprimiert und einfach am Boden zerstört ist. Statt mitfühlend zu sein und ein ernstes Gespräch zu führen, hat die Autorin den Drang, Evie ein paar Witze in den Mund zu legen und ihre lockere Art wirkt hier taktlos und einfach fehl am Platz.

Kurz gesagt, die charmante und witzige Art, die ich an Evie in Band 1 so sehr mochte, ist hier zu viel und wirkt gestellt und auf betont witzig gemacht.

Die Handlung:

Man merkt leider, dass das Buch als eine Art Füller zwischen dem ersten und dritten Band geschrieben wurde. Es gibt keine signifikante Handlung, wenig spannende Szenen (bis auf die letzten 60 Seiten) und viele offene Fragen am Ende, da viele Handlungsstränge in dem Band eingeleitet werden, aber wahrscheinlich erst im dritten Band an Bedeutung gewinnen werden.

Die aufregenden Szenen kommen oft zu kurz und werden von längeren Passagen über Evies Arbeit im Diner, den gehassten Sportunterricht und den Beziehungsstress mit Lend abgelöst, die nicht viel zur Handlung beitragen und, im Falle vom Beziehungsstress zum Beispiel, auch nicht wirklich Konsequenzen haben.

Was in der Inhaltszusammenfassung auf dem Buchumschlag versprochen wird (spannende Enthüllungen und Kämpfe im Feenreich), beschränkt sich auf die letzten 100 Seiten und was mit Kämpfen gemeint ist, ist mir nach Lesen des Buches etwas unklar. Große Kampfszenen gibt es jetzt nicht wirklich.

Trotzdem gibt es auch in diesem Buch viele unerwartete Wendungen und mitreißende Szenen, auch wenn sie eben eher im letzten Viertel zu finden sind.

Es nervt etwas, dass man noch sehr viele offene Fragen am Ende hat und dieses Ende dann auch ein bisschen zu gut ist (vor allem im Hinblick auf die Beziehung von Evie und Lend), aber ich habe die Hoffnung, dass die ungeklärten Fragen im dritten Teil beantwortet werden und die eingeleiteten Handlungsstränge an Bedeutung gewinnen.

Die Charaktere:

Okay, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte zuerst? Okay: Evie ist nicht mehr so toll wie im ersten Band und der neue Charakter Jack ist meiner Meinung nach extrem nervenaufreibend.

Das Buch spielt ein halbes Jahr nach dem ersten Band und als klar wird, dass Evie Lend bis jetzt immer noch nicht gesagt hat, dass er unsterblich ist, bildete sich schon ein ungutes Gefühl in meinem Bauch.

Und das ungute Gefühl ging nicht weg, sondern wuchs und wuchs, während ich Evie dabei zusah, wie sie alle Menschen in ihrem Umfeld, die sie mögen und die ihr etwas bedeuten, belügt, enttäuscht und verletzt, allen voran Lend, der nun wirklich der beste Freund aller Zeiten ist!

Dazu kam noch Jack, ein hibbeliger, aufgedrehter und hektischer blonder Lockenkopf, der für die IBKP arbeitet, da er, obwohl er ein Mensch ist, Feenpforten öffnen kann und die Behörde somit nicht mehr nur auf Feen angewiesen ist.

Was nicht heißt, dass die Alternative mit Jack besser ist. Der Junge wird auf Seite 40 vorgestellt und schon da wurde mir klar, dass ich ihn nicht wirklich mag.

Er kommt durch eine Feenpforte in die Küche von Lend und nachdem klar wurde, dass er keine Fee ist und somit ´nicht bedrohlich´, salutiert er und schlägt einen Salto, was natürlich jeder normale Mensch in der Situation machen würde. Nicht wahr?

Gut, Jack ist auch nicht wirklich ein normaler Mensch. Man erfährt zwar nicht viel über seine Herkunft, aber zumindest, dass er von Feen aufgezogen wurde, was seine komische Art wahrscheinlich teilweise erklärt.

Trotz dessen habe ich im Nachhinein gemerkt, dass mich jede Szene, in der Jack vorkam, genervt hat und ich wegen ihm so langsam mit dem Buch vorangekommen bin, da ich keine Lust auf noch mehr hüpfenden und saltoschlagenden Jack hatte.

Jack wurde zwar von Feen großgezogen, hat aber nicht ihre eiskalte und bedrohliche Art übernommen, sondern eher das Gegenteil und ich verstehe nicht, warum fast alle im Buch ihn witzig und charmant finden und gar mit ihm flirten. Selbst Arianna! *seufz*

Kommen wir aber zu den guten Nachrichten: Arianna kommt öfter vor und ist neben Lend eine meiner Lieblingsfiguren in diesem Buch. Sie ist einfach so lieb und hat dabei so eine charmante freche Art, die man von Evie aus Band 1 kennt. Obwohl sie untot ist, hat sie etwas Erfrischendes und man würde wirklich gerne ein Kostüm oder Outfit sehen, was sie designt hat.

Und dann noch Lend. Okay, ehrlich gesagt habe ich ihn die Hälfte des Buches über bemitleidet, weil er ein so guter Freund ist und Evelyn ihn die ganze Zeit belügt und verletzt und er ihr dann auch noch jedes Mal verzeiht. Er überrascht sie mit kleinen Geschenken und Ausflügen und macht ihr klar, dass er immer für sie da ist. Und sie haut immer wieder mit Jack ab und erzählt ihm nichts. Aber, ob man es glaubt oder nicht, man kann Evie am Ende tatsächlich selbst fast verzeihen, aber warum sage ich euch nicht, da müsst ihr euch selbst hinlesen.

Hm, fehlt da nicht noch wer? Hmmm…

Oh ja… Reth. Tja, wer ein Fan von Reth ist, wird in diesem Buch etwas enttäuscht. Evies bedrohlicher, mysteriöser und verschlagener Exfreund kommt in diesem Teil vielleicht auf gerade mal 50 Seiten vor. Höchstens. Wovon die meisten sich ganz am Ende befinden, als Reth als Mittel genutzt wird, die Geschichte voranzutreiben und Lust auf den dritten Teil zu machen. Und ja, ich habe ihn dem Review vom ersten Band geschrieben, dass ich ihn nicht besonders mag, weil er eben so bedrohlich und unmoralisch ist und sagen wir mal böse, aber es war eine Hassliebe. Der Charakter war so interessant geschrieben, man musste ihn hassen und lieben.

Daher war ich wirklich enttäuscht, dass Reth in dem Teil nur eine kleine Rolle spielt, da ich seine Art sehr vermisst habe und ihn liebend gerne gegen Jack ausgetauscht hätte.

Fazit:

Alles in allem ist das Buch recht gut. Ich fand es schade, dass mir das Leseerlebnis durch Jack etwas vermiest wurde, jedoch haben es die letzten 60 Seiten wirklich wieder rausgerissen und auch die unerwarteten Wendungen haben den ersehnten Spannungsanteil erbracht. Bis Seite 300 war das Buch eine solider 3 Sterne Kandidat, aber nach den letzten Seiten wurde es doch eine 3,5 für mich.

Es ist nun mal ein Füller und konnte mich daher nicht so fesseln wie das erste Buch, hat aber mit den ganzen offenen Handlungssträngen das Interesse für Band 3 erweckt.

Leider nur 3,5 Tulpen für den zweiten Band

Infos zum Buch:

Titel: Dreams´n´Whispers – Lebe lieber übersinnlich // Band 2 von 3

Autorin: Kiersten White

Übersetzerinnen: Jessika Komina und Sandra Knuffike

Erschienen: 2012 beim Loewe Verlag

ISBN: 978-3-7855-7239-9