Hei Ihr ♥

Ich liebe, liebe ja Disney und ich denke, viele von euch haben bestimmt schon von der Disney „Villains“-Reihe gehört, die die Hintergrundgeschichten von den Bösewichten im Märchen erzählen. Nachdem ich „Once upon a dream“ der „Twisted Tales“-Reihe im Juni gelesen habe, war ich zwar nicht so begeistert von dieser Disneyumsetzung, wollte aber noch einen Blick in die Disney „Villains“-Reihe werfen.

„Die Schönste im ganzen Land“ ist der erste Teil der „Villains“-Reihe und wie ich das Buch fand, erfahrt ihr jetzt in meiner Rezension.

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Ihr habt euch bestimmt schonmal gefragt, wie aus der schönen Königin Schneewittchens böse Stiefmutter wurde?

Die Königin wurde als Tochter eines talentierten Spiegelmachers geboren, der sie jedoch für den Tod ihrer Mutter verantwortete und sie sehr schlecht behandelte.

Als aber eines Tages der König bei der Werkstatt vorbeikam und sie erblickte, war es Liebe auf den ersten Blick und er bat sie um ihre Hand. Sie hoffte, ihr Schicksal würde sich damit zum Besseren wenden und tatsächlich war die Zeit nach der Hochzeit die schönste ihres Lebens.

Bis das Eintreffen eines gewissen Spiegels alles änderte!

Meine Meinung:

Das Cover:

Auf der Vorderseite des Hardcovers sieht man, neben dem in Silber gehaltenen Schriftzug, die linke Gesichtshälfte der bösen Königin, wie sie die meiste Zeit im Film zu sehen ist, und auf der Rückseite vervollständigt sich das ganze Gesicht mit der rechten Gesichtshälfte der Königin, die dort aber in der Verkleidung als hässliche Bettlerin zu sehen ist.

Da das Buch die Hintergrundgeschichte von der schönen Königin erzählen soll, finde ich das Cover sehr passend, da es die zwei Seiten der bösen Königin zeigt, die dann auch im Buch näher dargelegt werden.

Das Cover an sich ist zwar simpel, aber ich finde es dennoch schön und, da es wirklich zum Inhalt passt, auch gelungen.

Dazu finde ich toll, dass alle Covers der „Villain“-Reihe ähnlich gestaltet sind, also jeweils zwei unterschiedliche Gesichtshälften auf Vorder- und Rückseite zeigen, sodass die Bücher auch zusammen im Bücherregal oder auf Fotos toll aussehen und super zusammenpassen, was natürlich auch ein kleiner Pluspunkt ist 😊

Der Erzählstil:

In dem Buch überwiegt ein kindlichwirkender, einfacher Schreibstil, den ich persönlich zwar nicht so gerne mag, der aber hier passt, da das ganze Buch uns an die ursprünglichen Märchen erinnern sollen, welche ebenfalls in diesem einfachen Schreibstil niedergeschrieben wurden.

Obwohl ich diesen kindlichen Schreibstil nicht so mochte und mir besonders am Anfang oft die Ich-Perspektive gewünscht hätte, kam ich doch gut durch das Buch durch.

Jedoch wäre es schön gewesen, ein paar mehr Konjunktionen, weniger von dem Adjektiv „wunderschön“ und nicht so viele abgehackte Sätze zu sehen.

Die Handlung:

Die Geschichte beginnt am Tag der Hochzeit zwischen der Königin und dem König. Zu der Zeit ist Schneewittchen 3 oder 4 Jahre alt und alle lieben sich und sind glücklich, yeay.

Ab da erleben wir den Alltag und das Leben der Königin, welches sie häufig bedrückt, da der König regelmäßig an die Front muss und sehr oft die komischen Cousinen des Königs ins Schloss kommen.

Zwischen der Königin und Schneewittchen läuft aber alles gut – bis der König stirbt und die Königin in ihrem Herzschmerz versinkt.

Die Handlung selbst ist, wie der Erzählstil, einfach gehalten. Es gibt einen Handlungsstrang mit den gleichen Personen, keine großen Plottwists oder unerwartete Wendungen und ähnelt von der Aufmachung wieder stark einem (verlängertem) Märchen.

Manche Situationen, wie die eigentliche Hochzeit (die in einem Satz abgehakt wird), sind meiner Meinung nach zu kurz gefasst, während andere Handlungen viel zu langwierig sind. So rattert die Königin ihre Hintergrundgeschichte auf acht (ACHT) Seiten runter! Das ist nicht nur unrealistisch und extrem anstrengend zu lesen, sondern auch sehr langwierig und ich verstehe nicht, warum man das nicht einfach in eine Rückblende geschrieben hat, anstatt dass ihr armer Ehemann acht Seiten Monolog aushalten muss.

Doch diese Stellen waren zum Glück nicht sehr häufig.

Was ich wirklich gut fand, war das Ende. Als es langsam darauf zuging, wurde die Handlung vom Film auf wenigen Seiten zusammengefasst, dabei verfolgte man weiterhin stets die Königin und ihre Sicht der Dinge, und dann am Ende wechselt die Perspektive aus Schneewittchen und was dann passiert, hätte ich nicht erwartet und ich fand, das war ein wirklich gelungenes Ende, wobei mich jetzt wirklich interessieren würde, wie es weitergeht!

Die Charaktere:

Die wichtigsten Charaktere, die in dem Buch vorkommen sind der König, die Königin, Schneewittchen (auch Schneechen genannt), Verona und die drei seltsamen Cousinen. Jedoch werden sowohl vom König, dem Jäger als auch der Königin nie der richtige Name genannt. Dies ist einerseits verständlich, da auch in dem ursprünglichen Märchen, beziehungsweise dem Disneyfilm, nie der Name gesagt wird, jedoch hätte man sich andererseits, wenn der Königin ein Name gegeben worden wäre, vielleicht noch besser in sie hereinversetzen können. Aber nochmal andererseits ist es vielleicht so besser, da sie das ganze Buch über wie diese unantastbare Persönlichkeit wirkt, welche sie ja am Ende auch ist.

Da alle anderen Personen wie Schneechen, Verona und der König in dem Roman Nebenfiguren sind, werde ich auch nicht weiter auf sie eingehen, da sie nicht sonderlich beschrieben werden. Das einzig wirklich Wichtige ist, dass sowohl Verona als auch Schneechen wunderschön sind, was bestimmt mindestens zehnmal erwähnt wird.

Die Königin selbst ist ein sehr interessanter Charakter, auch wenn sie, meiner Meinung nach, einen Tick zu viel Wert auf ihre Schönheit und Schönheit generell legt. Die Welt dreht sich nicht nur darum, wer die Schönste im ganzen Land ist… oh warte…

Nein, für sie dreht sich alles darum. Da sie von ihrem Vater sehr schlecht behandelt wurde und immer runtergemacht wurde, hat sie nicht nur ein unglaublich niedriges Selbstbewusstsein, sondern auch einen Vaterkomplex. Und, well, nachdem der König stirbt, fällt sie erst einmal in ein tiefes Loch. War sie vorher noch eine wirklich nette und herzliche Mutter für Schneewittchen, so schließt sie sich nun tagelang im Zimmer ein und will Schneewittchen nicht einmal mehr sehen.

Und dann fängt sie an, den geschenkten Spiegel zu befragen, wer die Schönste im ganzen Land ist, nachdem sie erfährt, dass er ihr wie ein Diener unterworfen ist und ihr jede Frage mit der Wahrheit beantwortet.

Jeden Tag antwortet er, dass sie, die Königin allein, die Schönste im ganzen Land ist. Dieser Gang zum Spiegel wird zu einem Ritual und letztendlich zu einer wahrhaften Sucht, bis der Spiegel eines Tages antwortet, dass es nicht die Königin ist, die die Schönste im ganzen Land ist. Und es ist auch nicht Schneewittchen! Aber ab jetzt würde ich ins Spoilern geraten.

Was ich sagen will, ist, dass man den Wandel zur bösen Königin auf jeden Fall nachvollziehen kann!

Die Königin hat einen schweren Verlust erlitten, kann damit nicht richtig umgehen und stürzt sich auf alles, was ihr Selbstbewusstsein wieder hochbringt. Sie entwickelt so diese Sucht für den Spiegel, da dieser das Einzige zu sein scheint, welches ihr das Gefühl von Glücklichkeit wiederbringen kann. Doch gleichzeitig bringt ihre Sucht nach Bestätigung eine große Eifersucht und Herzlosigkeit hervor, da niemand schöner als sie sein soll und sollte es einer sein, dann … wer weiß, was dann passiert …

Fazit:

Alles in allem war das Buch … nett. Und nicht nett im Sinne von scheiße, sondern einfach nett. Man kommt gut durch, es gibt einen interessanten Charakter und eine Handlung, alsooo…

Nein okay, das hört sich jetzt fies an. Ich will nur sagen, dass das Buch zwar nichts Besonderes war, man es aber auf jeden Fall lesen kann, da es echt nicht schlecht ist. Klar gibt es Kritikpunkte, aber es ist okay.

Letztendlich bekommt das Buch drei von fünf Ahornblätter und ich bin auf jeden Fall nicht abgeneigt, noch mehr Bücher aus dieser Reihe zu lesen 😊

Habt ihr das Buch gelesen? Wie fandet ihr es so?

3 von 5 Ahornblätter für „Die Schönste im ganzen Land“

Infos zum Buch:

Titel: Die Schönste im ganzen Land

Autorin: Serena Valentino

Übersetzerin: Ellen Flath

Erschienen: 2019 beim Carlsen Verlag

ISBN: 978-3-551-28020-6

Schreibe einen Kommentar