Hei Ihr ♥

Nach dem ersten Band von „das Juwel“ war ich soo so gespannt auf den zweiten Teil! Die Geschichte hat mich einfach so mitgenommen.

Jedoch fand ich den zweiten Teil leider nicht so toll wie den ersten Teil. Warum, erfahrt ihr jetzt in meiner Rezension.

Kurzzusammenfassung:

Violet kann dem Palast entkommen – aber nicht ihrer Bestimmung

Zusammen mit ihrer Freundin Raven und ihrem heimlichen Geliebten Ash flüchtet Violet aus dem Juwel. Um zu überleben, muss sie Fremden vertrauen. Denn ihre Herrin, die Herzogin vom See, lässt ihre Häscher überall nach den Verrätern suchen.

Auf ihrer Flucht erfährt Violet, dass sie sehr viel mehr kann, als sie wusste. Sie wird die Zukunft der Einzigen Stadt verändern.

Meine Meinung:

Das Cover:

Wie auch das Cover des ersten Teils, zeigt das Cover eine hübsche junge Frau in einem zarten, cremefarbenen Kleid, welches langsam in eine weiße Rose übergeht. Das Kleid wirkt, im Gegensatz zu dem ersten Teil, zwar eher wie das (nicht so teure) Abendkleid, welches man für seinen Abschlussball kauft und der Schmuck passt auch nicht wirklich zum Kleid… ABER wir sind ja nicht hier, um über Mode zu reden, sondern ob das Cover zum Inhalt passt oder nicht. Und das tut es, da es sowohl den Titel auffängt als auch Violet und ihre Grundhaltung (besonders am Anfang des Buches) zeigt. Ich fand das Cover des ersten Bandes aber dennoch einen Tick schöner und besser gestaltet.

Der Erzählstil:

Obwohl Amy Ewing uns ab der ersten Seite wieder mit der Geschichte und den Erlebnissen mitreißt, muss ich doch anmerken, dass die Zusammenfassung auf den ersten Seiten etwas abgehackt wirkt und nicht wirklich flüssig zu lesen ist. Zudem waren viele der Geschehnisse, die zusammengefasst wurden, immer noch sehr präsent in meinem Kopf, obwohl es eine Zeit her war, dass ich den ersten Teil gelesen habe und die Spannung, die vom ersten zum zweiten Teil überging, wurde daher ein bisschen zerstört.

Doch in dem restlichen Buch fesselt einen der lebendige Erzählstil der Autorin wieder und nimmt einen mit auf eine abenteuerliche Flucht aus dem Juwel bis hin zur… weißen Rose und was genau das ist, werde ich jetzt nicht spoilern.

Besonders schön fand ich in diesem Teil (wie auch schon im ersten) die Szenen, in denen Violet und die Natur sich verbinden und eins werden. Sie werden so lebendig geschrieben, dass man sich selbst fast mit der Natur verbunden fühlt, da man automatisch so wunderschöne und lebendige Bilder im Kopf hat.

Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch. So wurden zum Beispiel die drei Schritte, bevor die Surrogate das Arkanum anwenden, minimal zu oft genannt, besonders ab der Mitte des Buches, und manche Stellen sind einfach ein bisschen ´off´, wie die Szene auf Seite 254, wo Lucien Violet über seine Schwester erzählt, während Violet an einem Baum gefesselt ist.

Die Handlung:

Der zweite Teil schließt wie gesagt direkt an die finalen Geschehnisse an und nachdem wir diese stockende Zusammenfassung gehört haben, habe ich eigentlich eine spektakuläre Flucht aus dem Palast erwartet, doch ich wurde enttäuscht. Es gibt zwar ein paar „Hindernisse“, aber statt sich mühevoll und abenteuerlich einen Weg darüber zu arbeiten, war die Flucht viel zu einfach. Ich meine, es ist der Palast der Herzogin…

Die erste Hälfte des Buches geht dann rein um die Flucht von Violet, Ash und Raven, bei der sie auch wieder bekannte Personen aus dem ersten Teil treffen und uns auf ihren Weg durch alle Stadtteile mitnehmen, bis sie zur weißen Rose kommen, wo sie auf Sil treffen.

Sil arbeitet mit Lucien zusammen und zeigt Violet und Raven, dass sie als Surrogate weit mehr können, als ihnen in Southgate beigebracht wird.

Was das ist und was danach folgt, müsst ihr dann aber selber lesen 😊

Auch wenn es am Anfang ein bisschen stockend vorangeht, nimmt die Handlung einen doch mit und man fiebert besonders am Anfang sehr bei der Flucht mit. Jedoch war mir persönlich die Flucht ein bisschen zu lange. Ich verstehe zwar, warum sie so lange andauern sollte, aber es dreht sich das halbe Buch darum und der wichtige Teil wird in den letzten 200 Seiten relativ schnell abgehandelt.

Und obwohl es Plottwists, Cliffhanger und spannende Wendungen gibt, war ich beim zweiten Teil leider nicht so überzeugt von der Handlung und der Aufteilung der Handlungsstränge wie beim ersten Teil.

Das World Building:

So, ganz kurz auch zum World Building. Anders als in Band 1, wo wir eigentlich nur Southgate, das Auktionshaus und das Juwel kennenlernen, erfahren wir in Band 2 mehr über die anderen Viertel wie die Bank, die Farm oder den Schlot, indem wir Violet bei ihrer Reise durch diese Viertel begleiten. Jedes Viertel wird ausreichend beschrieben und man bekommt ein gutes Bild sowohl von den Orten als auch von den Lebensbedingungen vermittelt.

Was ich sehr sehr schade fand, war, dass man in dem Buchdeckel dieses Mal weder eine Stadtkarte noch eine kleine Personenbeschreibung finden konnte, was mir beim letzten Teil sehr gefallen hat. Daher gibt es dafür auch einen kleinen Abzug.

Die Charaktere:

Gute Nachricht zuerst: Violet und Raven sind so toll wie immer und ich wünsche mir immer noch, dass beide zusammenkommen. Vor allem die ganze „Raven hat jetzt übrigens einen sechsten Sinn“ Sache fand ich sehr interessant und hätte gerne ein paar Kapitel aus Ravens Sicht gehört, um zu sehen, wie sie das alles erlebt.

Lily und Lucien, auch wenn sie nicht so oft vorkommen, sind ebenfalls genauso gut beschrieben wie im ersten Teil und interessante Nebencharaktere. Besonders Lily hat mit ihrer „ich brauche Klatsch und Tratsch, um zu überleben“-Art einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden.

Jetzt aber zur schlechten Nachricht: Ash ist nicht mehr so ein toller Bookboyfriend wie im ersten Teil! *heul*

Seine Motive sind zwar verständlich, jedoch war es schon blöd, dass Ash und Violet sehr oft streiten und Ash wirklich oft rummäkelt. Dachte, dass zumindest im zweiten Teil alles perfekt zwischen den Beiden ist, da sie auch noch nicht wirklich lange zusammen sind.

Wegen Violet musste ich zwar auch öfter die Augen verdrehen, zum Beispiel ab Seite 363, wo sie sich etwas respektlos verhält und so tut, als ginge jetzt alles um sie, aber, meine Güte, Menschen sind halt nicht perfekt.

Außer Ash… eigentlich ☹ oh mann…

Fazit:

Auch wenn das Buch nicht so wundertoll war wie der erste Band, so war es doch ein solider zweiter Band, in dem sowohl die Charaktere als auch große Stücke der Handlung interessant waren. Besonders die Stellen, in denen Violet oder die anderen sich mit der Natur verbinden, haben mich sehr gefesselt und sehr viele Extrapunkte eingesackt und so gebe ich dem Buch alles in allem 4 Weihnachtskugeln.

4 Weihnachtskugeln für „das Juwel – die weiße Rose“

Infos zum Buch:

Titel: Das Juwel – die weiße Rose

Autorin: Amy Ewing

Übersetzerin: Andrea Fischer

Erschienen: 2016 beim Verlag Fischer FJB

ISBN: 978-3-8414-2243-9

Schreibe einen Kommentar