Hei Ihr 🩷
Es ist mir lange nicht mehr passiert, aber ich musste ein Buch abbrechen. Ich war schon auf dem Weg, in eine Leseflaute zu schlittern, daher musste ich die Entscheidung treffen. Das Buch „Das Feuer in mir“ lag schon ein paar Jahre auf meinem SuB und gemessen an den Sternebewertungen (um die 3 Sterne) und seinem jetzigen Status als DNF meinerseits, hätte ich es lieber auf dem SuB lassen sollen.
Aber erst einmal: Worum geht das Buch eigentlich?
Kurzzusammenfassung:
In einer Welt, in der dunkle Mächte auferstehen, verlieren die Menschen den Glauben. Nach dem Tod ihrer Schwester steht Leanne am Abgrund. Nur Damion, Anführer der Zwölf Boten, vermag wieder Licht in ihr Leben zu bringen. Er und seine Gruppe bieten ihr Geborgenheit – doch ihre Ansichten spalten das Volk. Sie sind als Sekte verschrien, die den dunklen Gott verehrt und Schwarze Magie praktiziert. Und sie planen eine Rebellion. Gefangen in einem Konflikt zwischen Liebe, Glaube und Moral muss sich Leanne für eine Seite entscheiden – ohne zu wissen, wem sie vertrauen kann.
Meine Meinung:
Schon der Anfang des Buches war etwas holprig und nach knapp zehn Seiten stirbt die Schwester der Hauptfigur. Ob die zehn Seiten gereicht haben, den Charakter der Schwester auszuformulieren, sodass die Leser bei dem Tod etwas fühlen? Natürlich nicht.
Aber auch Leanne scheint der Tod genau so mitgenommen haben wie die Leser, da sie gefühlt einen Tag später mit ihrem jüngeren Bruder zum nächsten Abenteuer hüpft, das ähnlich risikobehaftet ist wie das davor.
Und nicht nur die Entscheidungen Leannes, nein, auch ihre Art und ihre Sprechweise sind nicht nachzuvollziehen und cringe. Obwohl Leanne eine junge Teenagerin sein soll, spricht sie eher wie ein 30-jähriger Mann und verhält sich oft sehr seltsam. Zum Beispiel regt sie sich auf, wenn Leute sie fragen, was sie so macht. Wirklich. Sie fängt ein Gespräch mit jemandem an, den sie neu kennengelernt hat. Er frägt sie, was sie und ihr Bruder denn hier so machen und sie … HASST ihn gefühlt, weil er diese Frage gestellt hat und die ihr ja soooo oft schon gestellt wurde. Girl, hast du schon einmal von Small Talk gehört?
Anscheinend nicht, denn zugleich fragt Leanne auch nie was und wundert sich dann aber, warum sie nichts von ihrem Gegenüber weiß. Tja.
Dabei hat die Geschichte ja eigentlich eine gute Prämisse! Diese Gegenüberstellung von Kirche/ den „guten Göttern“ und der Wissenschaft/ dem missverstandenen „bösen“ Gott und dazu die innere Zerrissenheit der Hauptfigur sind sehr interessante Themen, die auch heutzutage zu Diskussionen führen. Aber an der Umsetzung mangelte es leider etwas.
Neben der Hauptfigur an sich, kam auch die Love Story zu knapp. Die Beziehung von Leanne und ihrem Love Interest ging viel zu schnell voran und man konnte sie leider wieder nicht nachvollziehen.
An dieser Stelle (S.96) habe ich das Buch dann auch abgebrochen.
Fazit:
Das Buch hat eine gute Grundidee, jedoch wurde diese nicht gut ausgeführt. An der Charakterumsetzung mangelte es für mich am meisten, da die Charaktere dumme Entscheidungen treffen, nicht daraus lernen und auf eine sehr unnatürliche Art denken und kommunizieren. Vor allem bei Gefühlen wurde mehr erzählt als gezeigt, wobei es ja eher andersrum sein sollte (Show, don´t tell).
Für mich war das Buch daher nichts, aber vielleicht könnt ihr mit dem Buch ja mehr anfangen! Ich finde, man sollte jedem Buch eine Chance geben!