Hei Ihr ♥
Wie alle Reihen musste auch die „Legend“-Reihe irgendwann ihr Ende finden. Ob der letzte Teil der Trilogie aber genauso legen… wartet kurz … där war wie die ersten Teile, erfahrt ihr jetzt.
Da dies der letzte Teil ist, konnte ich leider nicht vermeiden, ein bisschen zu spoilern, aber ich habe versucht, die Warnung immer kurz davor in Klammern zu schreiben und am Ende findet ihr ausnahmsweise auch eine kleine Spoilersektion, für alle, die das Buch schon gelesen haben.

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Machen sie ihre Drohungen wahr, wird das zahllose unschuldige Menschen das Leben kosten. Und das könnten wir verhindern, indem wir ein einziges Leben aufs Spiel setzen.
Frieden, der greifbar scheint.
Freiheit und Gerechtigkeit, teuer erkämpft.
Doch Gefahr lauert am Horizont.
Erneut aufflammender Hass, dem eine große Liebe entgegentritt.
Dies ist die Geschichte von Day und June.
Ihr Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt wurde zur Legende.
Doch kann ihre Liebe am Ende bestehen?
Meine Meinung:
Das Cover:
Das Cover des letzten Teiles passt farblich natürlich perfekt zu den anderen zwei Teilen, jedoch finde ich den Umschlag diesmal nicht so ansprechend wie bei ersten Teilen. Woran das liegt, kann ich leider nicht festpinnen. Vielleicht liegt es daran, dass dieses dunklere Pastelllila einfach nicht so meinen Geschmack trifft, vielleicht liegt es aber auch daran, dass das auf der Vorderseite prangende Symbol, eine goldene Flamme, meiner Meinung nach nicht so gut zum Inhalt des Buches passt. Wahrscheinlich ist es eher eine metaphorische Flamme, die für den flammenden Hass oder auch flammende Liebe stehen soll, aber wer weiß das schon. Das Hardcover darunter ist aber so schön und simpel wie eh und je und sieht mit dem weißen Hintergrund und dem goldenen Symbol wirklich sehr elegant aus 😊
Der Erzählstil:
Hm, der Erzählstil an sich ist auch im dritten Buch locker und leicht zu lesen, jedoch hat er mich nicht mehr so gefesselt wie in den ersten zwei Bücher, was natürlich auch an der Handlung liegt, aber während mich die ersten Bücher von Seite 1 gefesselt und nicht mehr losgelassen (auch wenn wenig Handlung vorhanden war), so war dies hier nicht der Fall. Für mich war es eher ein Buch für nebenher, das bis zum Ende genauso gut ein Füllerband hätte sein können anstatt der letzten Band einer Reihe.
Die Handlung:
Da die Spannung für mich leider etwas gefehlt hat, habe ich auch wirklich lange für das Buch gebraucht, daher sind besonders die Handlungsstränge vom Anfang des Buches nicht mehr so präsent in meinem Gedächtnis. Komischerweise erinnere ich mich eher an die Handlungen des zweiten Bandes, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass die Handlung dort extrem spannend war und einen sowohl sehr interessiert als auch mitgenommen hat.
Zudem gab es in dem dritten Band gefühlt nicht sehr viele verschiedene Handlungsstränge, sondern nur ein zwei Hauptstränge, die sich dann über das ganze Buch erstrecken und vor sich hinplätschern.
Jedoch wurde ich auch in dem dritten Teil sehr oft von Wendungen und Enthüllungen überrascht und umgehauen und auch die Darstellung der Antarktis fand ich sehr interessant.
Ab Seite 350 steigert sich die Spannung auch zunehmend und das Ende war zwar vielleicht nicht das Ende, das sich viele gewünscht haben, aber es war ein herzzerreißendes Ende, bei dem bestimmt viele die Tränen nicht verdrücken konnten.
Die Charaktere:
Bei „Legend – berstende Sterne“ hatte ich nicht nur mit der Handlung meine Problemchen, sondern auch mit den Charakteren.
Tess ist zwar zum Glück nicht mehr so nervig wie im zweiten Teil, aber irgendwie kauf ich ihr das nicht ab. Sie ist plötzlich wieder genau wie im ersten Teil und hat akzeptiert, dass Day nichts von ihr will, jedoch finde ich diesen plötzlichen Gefühlswandel etwas komisch und zu plötzlich, als das er realistisch ist. Zudem weiß June wahrscheinlich bis zum Ende nicht, dass Tess und Day sich geküsst haben (oder habe ich etwas überlesen?).
Dazu wurde plötzlich die Art von Junes Erzählperspektive geändert und so werden zusätzliche Informationen, die sie, aufgrund ihrer „Begabung“, innerhalb von Sekunden feststellt, plötzlich in Klammern eingefügt. Und ich bin mir ziiemlich sicher, dass diese Klammern in den ersten zwei Teilen noch nicht da waren, also warum sollte man es jetzt ändern?
Dann noch die Sache mit Thomas… nicht nur hat er auf Seite 96 plötzlich ein übermenschliches Gedächtnis und kann Gespräche von vor einem Jahr wortgetreu nacherzählen, sondern seine Rolle ist mir bis jetzt nicht wirklich klar. Vielleicht habe ich es auch nur vergessen, was sehr gut sein kann, aber (Achtung, Spoiler) nachdem er vor seiner Hinrichtung „gerettet“ wurde, ist er erst einmal die ganze Zeit weg und erscheint dann aber plötzlich wie aus dem Nichts und rettet Day und den anderen das Leben, indem er sich für sie opfert. Jedoch frage ich mich jetzt, ob es diese Szene allein dafür gab, um zu zeigen, dass Thomas doch ein guter Mensch war… oder warum? Denn die Szene wirft eben viele Fragen auf, die nicht geklärt werden (außer ich habe die Antworten vergessen wie gesagt ^^).
Und dann noch June und Day.
„Es werden noch Milliarden von Menschen nach uns diese Welt bevölkern“, sagt er leise, „aber keiner davon wird so sein wie du.“
Day – Legend Berstende Sterne
Hach, wer will nicht so einen Freund wie Day haben? Ihm kaufe ich diese Liebe wirklich ab und stelle ihn mir als einen Menschen vor, der ehrlich und mit seinem ganzen Herzen liebt und nur das Beste für jeden will.
Aber dann gibt es eben June…
Hm.
Mir ist es schon im letzten Teil aufgefallen, aber da habe ich es damit abgetan, dass June dort Anden manipulieren muss und vielleicht auch etwas verwirrt durch die ganze Situation ist, aber das zählt jetzt nicht mehr. Ganz ehrlich, während Day im dritten Teil eindeutig June liebt und nur sie, hat June scheinbar stärkste Gefühle für denjenigen, der gerade direkt vor ihr steht. Sei es Anden oder Day, wobei viele Leser womöglich denken, dass sie sich im Zweifelsfall sogar eher für Anden entscheiden würde, was sie (sorry, Spoiler) ja dann auch macht und obwohl die Beziehung nicht so lange hält, da sie immer noch an Day hängt, hat sie sich für Anden entschieden.
Und das verstehe ich nicht. Wenn Day und June zusammen eine Legende sein sollen, warum sind sie dann über eineinhalb Teile fast durchgehend getrennt und warum ist deren Liebe dann nicht auch legendär? Klar, sie haben viel zusammen erreicht und eigentlich ein ganzes Land gerettet, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn sie auch in der Liebe eine Legende gewesen wären.
Fazit:
Leider konnte mich der dritte Teil der „Legend“-Trilogie nicht wirklich überzeugen. Im Vergleich zu den ersten zwei Teilen hat die Spannung stark abgenommen und auch die Charaktere haben nachgelassen. Jedoch werde ich dem Buch dennoch vier von fünf Tulpen geben, da es trotzdem ein sehr gutes Buch ist, viele aktuelle Probleme anspricht, eine interessante Welt beschreibt, die sehr gut unsere eigene zukünftige sein könnte, und mit zwei herzzerreißenden Sätzen endet.
Daher gibt es von mir 4 von 5 Tulpen für „Legend – Berstende Sterne“.

Spoiler:
Da das der letzte Teil der Trilogie ist und ich mich nicht in einem nächsten Teil auf die Geschehnisse aus dem Teil beziehen kann, muss ich es hier kurz rauslassen.
Erst einmal: 10 Jahre später? Bitte was? Als ich das gelesen habe und dann diese Zusammenfassung kam, war ich schon geschockt. Als ob die Beiden 10 Jahre auseinander ausgehalten haben und und… dann trifft Day June zufällig wieder und plötzlich kehren seine Erinnerungen an sie wieder zurück?
Generell… die Sache mit dem Gedächtnisverlust. An alle, die das Buch schon gelesen haben, wie fandet ihr den Teil, als Day zweimal erschossen wurde, wegen seinem Tumor sowieso schon halb tot war und in Junes Armen dann eigentlich schon gestorben ist, und June einfach nur … beten musste und schwupps gab es einen Cut und Day war quicklebendig und verlor dafür aber sein Gedächtnis (beziehungsweise nein, nur die Erinnerung an June um genau zu sein)?
Ich bin nicht gegen Glaubenssachen, aber woher wusste June überhaupt, zu wem sie beten muss und will Marie Lu sagen, dass es einen Gott (oder andere höhere Kräfte) gibt, der dann Day geheilt hat? Ich meine, Day war so gut wie tot. *seufz*
Und Ollie stirbt? Like… what? Die sind so viele Jahre in der Zukunft, warum können Hunde da nicht einfach für immer leben? *heul* Und warum wird der Tod nur in einem Satz benannt? Armer armer Ollie ☹
Infos zum Buch:
Titel: Legend – Berstende Sterne
Autorin: Marie Lu
Übersetzerinnen: Sandra Knuffinke und Jessika Komina
Erschienen: 2014 beim Loewe Verlag
ISBN: 978-3-7855-7492-8